Lenkgetriebe reparieren und abdichten – Audi 100 C3/C4, Audi 200 und Audi V8
Lenkgetriebe reparieren und abdichten
(:quicktoc:)
Gilt für
Diese Anleitung behandelt das Servolenkgetriebe bei folgenden Modellen:
- Audi 100 C3 / Typ 44
- Audi 100 C4
- Audi 200 / Typ 44
- Audi V8
Je nach Baujahr und Ausführung gibt es Unterschiede bei Anschlüssen, Leitungen, Dichtungen, Kolben und Rückstellkräften. Teile daher nicht blind mischen.
Siehe auch:
- Lenkgetriebe / Servolenkung ausbauen und einbauen
- Audi 100 C4 Zentralhydraulik Servolenkung
- Grünes Gold: Hydrauliköl / Servoöl für Audi 100, Audi 200, Audi V8 und Audi C4
- Audi 100/200 Typ 44 Spurstangen gangbar machen und gangbar halten – Spureinstellung vorbereiten
Worum geht es?
Diese Anleitung beschreibt das Zerlegen, Abdichten und Zusammenbauen des Servolenkgetriebes.
Der Hauptteil basiert auf der älteren Anleitung von Poldy aus 2020. Diese beschreibt die komplette Zerlegung des Lenkgetriebes, den Austausch der Dichtungen und die kritischen Stellen beim Zusammenbau.
Ergänzt wurde der Artikel durch einen Forumsbeitrag von 2026 zur Dichtung der Kolbenstange. Dort wurde präzisiert, wie die Buchse bzw. Dichtung der Kolbenstange herausgeschlagen wird und welche Montagereihenfolge in der Praxis einfacher ist.
Warnung
Das Lenkgetriebe ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Diese Arbeit ist nichts für Anfänger. Das Zerlegen und Abdichten verlangt absolut sauberes, präzises Arbeiten. Fehler können zum Ausfall der Lenkung führen.
Wer sich nicht sicher ist, sollte ein gutes gebrauchtes oder professionell überholtes Lenkgetriebe verwenden.
Vorher prüfen: lohnt sich die Reparatur?
Vor dem Zerlegen prüfen, ob das Lenkgetriebe überhaupt noch eine sinnvolle Basis ist.
K.O.-Kriterien:
- beschädigte Dichtflächen
- Kratzer oder Kerben an Dichtflächen
- stark verrostete Verbindungsschrauben
- stark verrostete Gehäuseschrauben
- stark verrosteter Verschlussdeckel im Lenkgetrieberohr
- beschädigte Zahnstange
- beschädigte Spindel
- unklare Teilekombination aus mehreren Lenkgetrieben
Wenn der Verschlussdeckel im Lenkgetrieberohr stark verrostet ist, lohnt sich die Arbeit meist nicht. Der Deckel sitzt auf der Beifahrerseite im Rohr, dort wo die lange M8-Schraube durchgeht.

Aufbau und Bezeichnungen
Grob besteht das Servolenkgetriebe aus:
- Lenkgetrieberohr
- Getriebeteil / Drehkolbenventil
- Zahnstange
- Spindel
- Verbindungsleitungen
- Kolben im Lenkgetrieberohr
- Kolbenstangen-Dichtung / Buchse
- Zahnflankenspiel-Versteller
- Manschette
- Anschlussleitungen der Hydraulik
Unterschiede der Lenkgetriebe
Nicht alle Lenkgetriebe sind identisch.
Zu beachten sind unter anderem:
- unterschiedliche Hydraulikanschlüsse
- alte Ausführung mit Dichtscheiben / Kupferringen
- neue Ausführung mit Flansch und O-Ringen
- unterschiedliche Leitungsquerschnitte
- unterschiedliche Hohlschrauben
- unterschiedliche Gehäusebohrungen
- kleine und große Kolben im Lenkgetrieberohr
- unterschiedliche Rückstellkräfte je nach Modell
Teile aus verschiedenen Lenkgetrieben nur verwenden, wenn sie exakt verglichen wurden.
Falsche Kombinationen können zu folgenden Problemen führen:
- Zittern der Lenkung
- Geräusche
- Verlust der Selbstdämpfung
- Schäden an der Servopumpe
- gefährliche Fehlfunktionen der Lenkung
Material
Benötigt wird mindestens:
- Dichtsatz für Servolenkgetriebe
- ggf. zweiter Dichtsatz als Reserve
- Lenkgetriebemanschette
- Lenkgetriebefett
- geeignetes Hydrauliköl für Audi-Zentralhydraulik
- Bremsenreiniger
- Küchenpapier oder fusselfreie Tücher
- Ölauffangwanne
- Klebeband oder Blindstopfen zum Schutz der Anschlüsse
- neue O-Ringe / Dichtringe nach Bedarf
Poldy empfiehlt sinngemäß, ggf. zwei Dichtsätze bereitzuhalten, weil einzelne Dichtungen fehlen oder bei der Montage beschädigt werden können.


Werkzeug
Benötigt wird unter anderem:
- mindestens 3 m² saubere Tisch-Arbeitsfläche
- 6er Inbus
- kleine Knarre
- 10er Nuss
- 13er Nuss oder Schraubenschlüssel
- 19er Nuss / Schlüssel für Spurstangenklaue
- Hammer
- Gummihammer
- Verlängerungen und passende Nüsse
- kleiner Uhrmacher-Schlitzschraubendreher
- verschiedene Schraubendreher
- Spitzzange
- Messschieber
- Schraubstock
- ggf. Hydraulikpresse
- ggf. Montagekegel
- ggf. passendes Rohr zum Einpressen der Kolbenstangen-Dichtung
- ggf. Austreiber ca. 11,9 mm für die Kolbenstangen-Dichtung
- ggf. M8-Langmutter als Montagehilfe
Vorbereitung
Dichtring vorbereiten
Der Dichtring für das Lenkgetrieberohr sollte etwa 24 Stunden vorher in Servoöl eingelegt werden.
Andere Dichtungen müssen nicht unbedingt so lange eingelegt werden. Dort reicht es meist, sie vor der Montage kurz mit Öl zu benetzen.
Lenkgetriebe reinigen
Das Lenkgetriebe vor dem Öffnen gründlich reinigen und entrosten.
Das verhindert, dass Schmutz in das geöffnete Lenkgetriebe gelangt.
Die Dichtflächen der Anschlussleitungen mit Klebeband oder Blindstopfen schützen.
Alles markieren
Vor dem Zerlegen alle relevanten Teile markieren:
- Schraubenpositionen
- Verbindungsleitungen
- Lage Lenkgetrieberohr zu Getriebeteil
- Lage von Scheiben und Dichtträgern
- Einschraubtiefe des Zahnflankenspiel-Verstellers
Ohne Markierungen wird der Zusammenbau unnötig riskant.
Zerlegung
1. Verbindungsleitungen entfernen
Zuerst werden die Verbindungsrohre entfernt.
Vorgehen:
- Schraubenköpfe gründlich reinigen.
- 6er Inbus bis zum Anschlag einsetzen.
- Inbus mit Hammer leicht einschlagen, damit er voll sitzt.
- Schrauben vorsichtig lösen.
Die Schrauben sind weich und werden schnell rund. Der erste Versuch muss sitzen.
Wenn der Inbus durchdreht, kann ein passender Vielzahn eingeschlagen werden. Wenn auch das nicht geht, bleibt nur vorsichtiges Lösen mit einem stumpfen Meißel.
Die Schrauben zunächst nur anlösen. Danach die unteren Schrauben über einer Ölwanne entfernen. Öl ablaufen lassen und dabei an der Spindel drehen, damit Restöl herauskommt. Danach die oberen Schrauben entfernen und Leitungen ablegen.

2. Manschette entfernen
Die Klaue bzw. der Reiter der Spurstangen muss ab.
- Beide M10-Schrauben mit 19er Nuss lösen.
- Klaue aus dem Gummi ziehen.
- Schellen der Manschette vorsichtig abhebeln.
- Manschette abziehen oder zerschneiden.
Die Schellen können bei vorsichtigem Ausbau ggf. wiederverwendet werden.
3. Lenkrohr reinigen
Im Bereich, in dem die Zahnstange läuft, darf kein Hydrauliköl stehen. Dort gehört Lenkgetriebefett hin.
Sand, Dreck und altes Fett entfernen.
4. Zahnflankenspiel-Versteller ausbauen
Der Zahnflankenspiel-Versteller sitzt im Getriebeteil.
- Einschraubtiefe mit Messschieber messen und notieren.
- Beide M8-Schrauben mit 13er Nuss lösen.
- Versteller abnehmen und sauber ablegen.
Falsche Einstellung kann zu Lenkradzittern, Knacken oder schwergängiger Lenkung führen.

5. Lage Lenkgetrieberohr zu Getriebeteil markieren
Unbedingt vor dem Trennen markieren.
Das Lenkgetrieberohr lässt sich gegenüber dem Getriebeteil etwas verdrehen. Wenn die Lage später nicht stimmt, passen die Leitungen und die Fahrzeugbefestigung nicht richtig.
Danach:
- vier M6-Schrauben am Lenkgetrieberohr mit 10er Nuss entfernen
- Rohr zusammen mit Zahnstange vom Getriebeteil trennen
- dabei am Rohr ziehen und die Spindel drehen

6. Verschlussdeckel im Lenkgetrieberohr entfernen
Das Lenkgetrieberohr mit Zahnstange in den Schraubstock spannen.
Dann:
- mit Schlitzschraubendreher durch das Loch der Befestigungsschraube den Deckel nach außen treiben
- Deckel etwa 3 bis 5 mm lösen
- mit Spitzzange abziehen
- austretendes Öl auffangen
Wenn sich der Deckel nicht lösen lässt, ist das Lenkgetriebe oft kein guter Kandidat mehr. Dann besser abbrechen und ein anderes Lenkgetriebe verwenden.



7. Kolben ausbauen
Nach dem Entfernen des Deckels kann die Mutter des Kolbens gelöst werden.
- 13er Mutter mit langer Verlängerung lösen.
- Falls die Zahnstange mitdreht, Zahnstange vorsichtig halten.
- Lenkgetrieberohr umdrehen.
- Kolben herausfallen lassen.
Reihenfolge:
- Mutter
- Unterlegscheibe
- Kolben
- Unterlegscheibe


8. Zahnstange herausziehen
Die Zahnstange wird mit Dreh- und Zugbewegung aus dem Lenkgetrieberohr gezogen.
Vorher reinigen, damit kein Dreck über Dichtflächen gezogen wird.
9. Dichtring im Lenkgetrieberohr ausbauen
Von der Beifahrerseite aus ist im Rohr eine Scheibe mit Kerbe zu sehen.
Die Einbaulage der Kerbe merken.
Wenn diese Scheibe später falsch sitzt, kann das Lenkgetriebe Geräusche machen oder nicht richtig funktionieren.
Der Dichtring wird mit einer passenden 1/4-Zoll-Nuss ausgeschlagen. So bleibt die Einheit eher heil. Mit Schraubendreher geht es auch, zerstört die Einheit aber meist.


10. Dichtungsträger
Die Einheit besteht aus Trägergehäuse und Dichtring.
Diese Dichtung ist häufig Ursache für Undichtigkeiten, besonders wenn Sand oder Schmutz durch eine defekte Manschette eingedrungen ist.

11. Getriebeeinheit zerlegen
Die beiden 6er-Inbusschrauben entfernen.
Dann:
- Oberteil mit Anschlusslöchern festhalten.
- Unterteil mit Gummihammer lösen.
- Wenn nötig, Unterteil vorsichtig in den Schraubstock spannen.
- Oberteil mit Gummihammer lösen.
Nicht mit Stahlhammer direkt auf Gehäuse, Spindel oder Dichtflächen schlagen.
12. Spindel ausbauen
Es gibt zwei Fälle:
- Spindel steckt im Oberteil.
- Spindel steckt im Unterteil.
Je nach Fall Gehäuseteil mit dem Gummihammer lösen. Dabei aufpassen, dass die Spindel nicht beschädigt wird.

13. Wellendichtringe entfernen
Die Einbaulage der Simmerringe merken.
Der obere Simmerring lässt sich meist mit einer passenden Nuss nach innen herausschlagen.
Der untere Simmerring ist schwieriger. Ideal ist Spezialwerkzeug. Alternativ kann eine passende Unterlegscheibe durch die andere Öffnung eingeführt, unter dem Simmerring positioniert und mit Gleithammer oder Schraube/Mutter-Kombination ausgezogen werden.
Nicht mit Schraubendreher heraushebeln. Das beschädigt sehr schnell die Dichtfläche.


Dichtungen ersetzen
Alle Dichtungen vorsichtig entfernen.
Geeignet ist ein kleiner Uhrmacher-Schraubendreher. Keine Dichtflächen verkratzen.
Beim Zusammenbau des Getriebeoberteils kann die Welle mit dünnem Klebeband umwickelt werden. Dadurch wird der Wellendichtring beim Aufschieben über scharfe Kanten geschützt.

Dichtung im Lenkgetrieberohr montieren
Die Dichtung im Lenkgetrieberohr muss in der richtigen Einbaulage montiert werden.
Wichtig:
- Dichtung vorher in Servoöl einlegen
- Einbaulage der Kerbe beachten
- Dichtung nicht verkanten
- nach Möglichkeit einpressen
- nicht brutal einschlagen

Kritischer Punkt: Zahnstange montieren
Die Kante der Zahnstange ist scharf und kann die gerade montierte Dichtung beschädigen.
Poldy beschreibt, dass die Montage mit Gewalt die Dichtung beschädigen kann. Auch Klebeband als Schutz hat bei ihm nicht zuverlässig funktioniert.
Nicht empfehlenswert:
- Zahnstange mit Gewalt einschieben
- Zahnstange ohne geeignete Führung über die Dichtung zwingen
- Zahnstange entgraten, wenn man nicht genau weiß, was man tut
Besser:
- passenden Montagekegel mit Innengewinde verwenden
- Zahnstange sauber führen
- Dichtung nicht trocken montieren
- langsam und kontrolliert arbeiten



Nachtrag 2026: Dichtung der Kolbenstange
Der Forumsbeitrag von 2026 ergänzt die ältere Anleitung genau an einem kritischen Punkt: der Dichtung bzw. Buchse der Kolbenstange.
Die Frage war, auf welche Fläche man beim Austreiben schlagen muss.
Antwort aus dem Forumsbeitrag:
- auf die kleinere Fläche schlagen
- passender Durchmesser für den Austreiber: ca. 11,9 mm


Die Kolbenstangen-Dichtung sitzt in einer Buchse. Diese Buchse dichtet doppelt:
- radial zur Kolbenstange
- flachdichtend zur Auflagefläche am Lenkgetriebe
Die Buchse kann herausgeschlagen werden, wenn der Austreiber korrekt an der kleinen Fläche angesetzt wird.

Nachtrag 2026: bessere Montagereihenfolge
Im Forumsbeitrag wurde eine praktisch bessere Reihenfolge beschrieben:
- zuerst die Zahnstange montieren
- danach die Dichtung der Kolbenstange montieren
- Dichtung/Buchse mit passendem Rohr einpressen
- ggf. M8-Langmutter als sanften Aufziehdorn / Montagehilfe verwenden
Das ist wichtig, weil so die Kolbenstangen-Dichtung nicht beim Einschieben der Zahnstange beschädigt wird.




Maße aus dem 2026er Forumsbeitrag
Die folgenden O-Ring-Maße wurden im Forumsbeitrag anhand alter, plattgedrückter Dichtringe abgeschätzt. Das sind keine Werksangaben, sondern Praxiswerte.
Material: FKM, umgangssprachlich Viton.
| Position | Maß |
|---|---|
| Zylinderabdichtung | 1x 34x2 mm |
| Zylinderabdichtung | 2x 32x2,5 mm |
| Zwischen Spindel und Zahnstangenteil | 46x2,5 mm |
| Hydraulikrohre / Verbindungsleitungen | besser 13x2,5 mm |



Hinweis zu Dichtsätzen
Im Forumsbeitrag wurde ein JP-Group-Dichtsatz für den Audi C4 verwendet. Dabei mussten mehrere Dichtringe nachgekauft werden.
Außerdem wurde berichtet:
- JP-Group-C4-Dichtsatz enthält teilweise passende Teile
- VAG-Dichtsatz `443 498 025` wurde für das Gehäuse/Getriebeteil verwendet
- es gibt offenbar verschiedene Ausführungen der Stangendichtung
- ein erneutes leichtes Undichtwerden ist möglich, wenn Dichtung, O-Ring, Pressung oder Ausführung nicht sauber passen
Bei einem verwendeten C4-Dichtsatz war die Nut für den O-Ring tiefer als beim originalen Dichtelement. Im Forumsbeitrag wurde das Dichtelement leicht auf der Drehbank abgedreht, um mehr Pressung zu erreichen. Auch das Teil, das die Pressung erzeugt, wurde leicht eingekürzt.
Das ist keine allgemeine Empfehlung. Wer hier Material abnimmt, muss wissen, was er tut.
Zusammenbau
Wenn die Zahnstange korrekt montiert ist, wird der Kolben wieder auf der Zahnstange montiert.
Reihenfolge:
- Unterlegscheibe
- Kolben
- Unterlegscheibe
- Mutter
Ob die Mutter zusätzlich verklebt oder gesichert werden muss, sollte anhand der Reparaturunterlagen oder des konkreten Bauteils entschieden werden.
Danach:
- Zahnstange und Zahnrad der Spindel mit ölfestem Lenkgetriebefett bestreichen.
- Lenkgetrieberohr mit Getriebeteil verbinden.
- Markierungen beachten.
- Rohr nicht verdreht montieren.
- Verbindungsleitungen in ursprünglicher Position montieren.
- Manschette montieren.
- Restlicher Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.
Wenn Rohr und Getriebeteil verdreht montiert werden, passen die Leitungen nicht richtig und das Lenkgetriebe lässt sich im Fahrzeug nicht sauber befestigen.
Hydrauliköl und Sauberkeit
Kein normales HLP 46 in die Lenkung kippen.
Für die Audi-Zentralhydraulik muss geeignetes Hydrauliköl nach passender Spezifikation verwendet werden. Siehe dazu:
Beim Abdichten oder Überholen der Servolenkung sollte der Filter im Ausgleichsbehälter gereinigt bzw. von Schmutz befreit werden.
Schmutz im Hydrauliksystem beschädigt neue Dichtungen und kann zu erneuter Undichtigkeit führen.
Typische Fehler
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Dichtflächen verkratzt | Lenkgetriebe wird wieder undicht |
| Schrauben nicht markiert | falsche Lage beim Zusammenbau |
| Verbindungsleitungen vertauscht | Fehlfunktion / falscher Volumenstrom |
| Teile aus verschiedenen Lenkgetrieben ungeprüft gemischt | Zittern, Geräusche, Pumpenschaden |
| Zahnflankenspiel-Versteller ohne Maß ausgebaut | falsches Spiel, Knacken oder Zittern |
| Scheibe mit Kerbe falsch montiert | Geräusche oder Fehlfunktion |
| Zahnstange mit Gewalt montiert | neue Dichtung wird beschädigt |
| Kolbenstangen-Buchse an falscher Fläche ausgetrieben | Beschädigung der Buchse oder des Sitzes |
| Wellendichtringe mit Schraubendreher herausgehebelt | beschädigte Dichtflächen |
| normales HLP 46 verwendet | Risiko für Undichtigkeit / falsche Ölverträglichkeit |
| Filter im Behälter nicht gereinigt | Schmutz bleibt im System |
Wann besser nicht reparieren?
Eine Reparatur lohnt meist nicht, wenn:
- Dichtflächen beschädigt sind
- der Verschlussdeckel stark verrostet ist
- Schrauben rund oder stark verrostet sind
- Zahnstange oder Spindel beschädigt sind
- das Lenkgetriebe bereits verbastelt wurde
- passende Dichtungen nicht sicher verfügbar sind
- keine saubere Arbeitsfläche vorhanden ist
- kein geeignetes Werkzeug vorhanden ist
Dann ist ein gutes gebrauchtes oder professionell überholtes Lenkgetriebe die bessere Lösung.
Nach Einbau ins Fahrzeug
Nach dem Wiedereinbau:
- Hydraulikleitungen mit neuen Dichtungen montieren
- geeignetes Hydrauliköl auffüllen
- System entlüften
- bei geöffnetem Ausgleichsbehälter mehrfach von Anschlag zu Anschlag lenken
- auf Undichtigkeiten prüfen
- Lenkung auf Freigängigkeit prüfen
- Sicherungsblech am Spurstangenreiter korrekt umlegen
- Probefahrt vorsichtig durchführen
- ggf. Lenkungsspiel einstellen
- ggf. Achsvermessung durchführen
Siehe:
Kurzfassung
- Lenkgetriebe nur überholen, wenn Dichtflächen, Zahnstange, Spindel und Deckel brauchbar sind.
- Sehr sauber arbeiten.
- Alles markieren.
- Dichtungen nicht über scharfe Kanten ziehen.
- Zahnstange nur kontrolliert montieren.
- Kolbenstangen-Dichtung über die kleinere Fläche austreiben, ca. 11,9 mm Austreiber.
- Praxis-Tipp: erst Zahnstange montieren, dann Kolbenstangen-Dichtung einpressen.
- O-Ringe aus dem Forumsbeitrag sind abgeschätzte Praxiswerte, keine Werksangaben.
- Nur geeignetes Hydrauliköl für Audi-Zentralhydraulik verwenden.
- Filter im Ausgleichsbehälter reinigen.
Quellen
- Poldy, forum.group44.de, 2020: Servolenkgetriebe zerlegen und abdichten
- Forumsbeitrag 2026: undichtes Lenkgetriebe überholen - Dichtung Kolbenstange ersetzen
- Selbstdoku: Lenkgetriebe / Servolenkung ausbauen und einbauen
- Lenkgetriebe reparieren und abdichten audi100-online.de
Siehe auch
- Audi 100/200 Typ 44 Lenkgetriebe ausbauen und einbauen – Servolenkung wechseln
- Audi 100 C4 Zentralhydraulik Servolenkung
- Grünes Gold: Hydrauliköl / Servoöl für Audi 100, Audi 200, Audi V8 und Audi C4
- Audi 100/200 Typ 44 Spurstangen gangbar machen und gangbar halten – Spureinstellung vorbereiten
- Übersicht aller Fahrwerkskomponenten
Hinweis der Redaktion
Der Artikel ist jetzt bewusst nicht aus „Poldy's pdf 1:1“ geschrieben, sondern als Selbstdoku-Artikel mit Poldys Ablauf als Basis und dem 2026er Thread als ergänzendem Praxis-Nachtrag. Das ist für Leser sinnvoller, weil die spätere Erkenntnis zur Kolbenstangen-Dichtung sonst im Ablauf untergeht.
