Fehlerdiagnose - Fehlerspeicher auslesen:

Grundsätzliches

(anzeigen)

Inhaltsverzeichnis

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Die meisten (alle?) Audis vom Typ 44 und C4 mit elektronisch gesteuerter Einspritzung und Zündung haben einen Fehlerspeicher in dem / den Steuergerät(en). Falls der Audi separate Steuergeräte für die Einspritzung und die Zündung hat, so hat jedes dieser Steuergeräte seinen eigenen Fehlerspeicher. In einigen Fällen ist der Speicher flüchtig (die Fehler bleiben nur solange gespeichert, bis die Zündung ausgeschaltet wird) und in anderen Fällen nicht (Fehler bleiben permanent gespeichert, bis zum nächsten re-set, z.B. durch Entkoppeln der Batterie).

Bevor man sich auf irgendeine Fehlersuche am Motor begibt, sollte man stets den / die Fehlerspeicher auslesen, um das Problem einzukreisen.

Die eigentliche Fehlerdiagnose erfolgt in einer Reihe von Blinkcodes, die man hernach mit Hilfe einer Fehlertabelle dem jeweiligen Fehler zuordnen kann. Um also die Fehler als Blinkcodes sichtbar zu machen (in Foren redet man von "Fehlerspeicher ausblinken"), muss man

  1. falls nötig, eine Diagnoselampe an die Schnittstelle anschließen,
  2. die Diagnose einleiten, und
  3. den / die Codes interpretieren, die der Speicher herausgegeben hat.

VAG gebraucht zu diesem Zweck das Gerät VAG 1551. Man kann sich aber selber eine Diagnoselampe bauen.

1. Diagnoselampe:

Die älteren Typ 44 haben noch die Motorkontrolleuchte im Kombiinstrument (KI). Hier braucht man nur die Diagnose einzuleiten (siehe Schritt 2) und kann die Blinkcodes im KI ablesen. Bei den Audis ohne Motorkontrolleuchte muss man seine Diagnoselampe (VAG 1551 oder selbstgebaut) an der sog. Diagnoseschnittstelle anschließen. Es handelt sich hierbei um zwei oder drei Stecker, die entweder im Fahrerfußraum (z.B. beim Typ 44 mit NF Motor) oder im Zusatzrelaisträger im Wasserkasten (z.B. beim C4 mit AAR Motor) sitzen. Der schwarze Stecker trägt einmal Batterieplus und einmal Masse. Die genaue Polung kann man mit der Prüflampe oder einem Multimeter zuordnen. Der braune (bzw. falls vorhanden, der blaue) Stecker trägt die Diagnoseleitung. Als Diagnoselampe eignet sich eine kleine 12 V Prüflampe (weniger als 2 Watt) oder eine LED mit geeignetem Vorwiderstand. Das eine Ende der Lampe muss ans Batterieplus des schwarzen Steckers angeschlossen werden, (der Stecker hat zwei Pole, mit Multimeter den richtigen ermitteln) das andere an die Diagnoseleitung (brauner bzw. blauer Stecker, vorderer Kontakt). Zusätzlich braucht man eine Leitung vom Massepol des schwarzen Steckers zur Diagnoseleitung im brauen Stecker. Dies ist die sog. "Reizleitung", mit der die Diagnose eingeleitet und weitergeschaltet wird. Wenn die Motorkontrolleuchte vorhanden ist, so überträgt diese die Blinksignale. Dann reicht es, mit der Reizleitung die Diagnose zu starten und das Ausblinken erfolgt dann über die Motorkontrolleuchte.

Falls der Wagen übrigens ein Spritpumpenrelais mit einem Steckplatz für eine Sicherung hat, so übernimmt das Einstecken einer Sicherung an dieser Stelle die Funktion der Reizleitung, und man braucht nur die Lampe anzuschließen.

(Das funktioniert beim C4 nur beim AAR - die anderen Steuergeräte (TDI's V6 usw...) unterstützen die "langsame Datenübertragung" (=Blinkcode) nicht.)

Weiteres (u.a. Zeichnungen der Diagnoseschnittstelle) folgen.

2. Diagnose einleiten:

Der Wagen sollte vor der Diagnose eine Weile gefahren werden, um alle Lastzustände zu durchfahren. Danach darf der Motor (bei flüchtigem Speicher, z.B. NF Motor) nicht ausgeschaltet werden! Falls der Motor nicht anspringt, sollte man einen Startversuch machen und danach die Zündung eingeschaltet lassen. Zum Einleiten der Diagnose wird nun mindestens 4 sec. lang Masse (aus dem schwarzen Stecker) an die Diagnoseleitung (im braunen Stecker) gelegt - bzw. eine Sicherung ins Spritpumpenrelais gesteckt. Das Lämpchen leuchtet dabei auf. Nun muss man die Masseverbindung (Reizleitung) unterbrechen, bzw. die Sicherung wieder aus dem Spritpumpenrelais herausziehen.

3. Interpretation der Blinkcodes:

Das Steuergerät legt nun, nachdem die Diagnose eingeleitet wurde, eigenständig Masse an die Diagnoseleitung mit dem Lämpchen, und zwar im gewissen Rhythmus. Dadurch blinkt das Lämpchen einen Code aus. Jeder Code entspricht einen Fehler, und ist aus vier Ziffern zusammengesetzt.

Als erstes leuchtet das Lämpchen einmal lang auf. Damit wird angezeigt, dass ein Code folgt. Nun fängt das Lämpchen an, im Sekundentakt zu blinken, und man muss beim Blinken mitzählen. Der Code 4431, z.B., sieht dann so aus:

lang an (bedeutet: Code folgt)
Pause
an-aus an-aus an-aus an-aus (bedeutet: 4)
Pause
an-aus an-aus an-aus an-aus (bedeutet: 4)
Pause
an-aus an-aus an-aus (bedeutet: 3)
Pause
an-aus (bedeutet: 1)
Pause
lang an (bedeutet: Code ist beendet und wird wiederholt)

Jeder Code wird so lange wiederholt, bis die Diagnose weitergeschaltet wird. Zum Weiterschalten muss die Masseverbindung (Reizleitung) erneut wenigstens 4 sec. lang auf die Diagnoseleitung gelegt werden bzw. die Sicherung ins Spritpumpenrelais gesteckt werden. Nach Unterbrechung der Verbindung wird nun der nächste Fehlercode angezeigt.

Sind keine weiteren Fehler im Speicher hinterlegt, folgt der Code 0000:
lang an
Pause (bedeutet 0000)
lang an

Wird die Reizleitung wieder geschlossen (mind. 4 sec.), so wird die Diagnose dieses Steuergeräts beendet, und falls der Motor ein zweites Steuergerät hat, wird die Diagnose dieses Fehlerspeichers eingeleitet.

Die Diagnose wird beendet, indem man

  1. alle Fehler ausgelesen hat und die Reizleitung ein letztes Mal schließt, oder
  2. zu irgendeinem Zeitpunkt die Zündung ausschaltet.

Anmerkungen

Siehe auch