Zylinderkopfdichtung wechseln + Zahnriemen + Ölpumpe + Wanne


(anzeigen)

Inhaltsverzeichnis

Scanning...

Batterie abklemmen....

Zuerst ist es sinnvoll sich möglichst viel Platz zu verschaffen. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden die Stoßstange, Scheinwerfer, Grill und den Querträger abzubauen. Siehe Bild:

Dann habe ich der Reihe nach alle Keilriemen abgebaut. Nun liegt er vor einem, der Schwingungsdämpfer, 450 Nm Drehmoment halten ihn auf der Kurbelwelle. Ich bin so vorgegangen.

Dicke Nuss auf die Mutter, ein ca. 1,5 m langes Rohr drüber. Ein dicker Schraubendreher durch das ein Loch von unten in die Ausfräsung der Schwungscheibe, die dazu da sind die beiden hinteren Schrauben der Ölwanne zu lösen, gesteckt. Ein Kollege, der voll auf die Bremse gestiegen ist, Rückwärstgang rein und dann.... hat der klügere nachgegeben. Jetzt noch den Motor auf OT stellen, bevor man die Mutter ganz abschraubt und den Schwingungsdämpfer abnimmt.
Oder die Spezialwerkzeuge hernehmen:


Wasser ablassen, Öl ablassen

Zahnriemenabdeckung abschrauben. Die Servopumpe muss auch vom Kopf abgeschraubt werden, Anschlüsse dran lassen und zu Seite legen.

Wasserpumpe lösen und so den Zahnriemen entspannen und abnehmen. Wasserpumpe ganz lösen und ausbauen. Geht an der hinteren Zahnriemenabdeckung mit etwas gefummel vorbei. Ansaugbrücken Oberteil mit allen Anschlüssen abschrauben und abnehmen. Samt Drosselklappe usw. Leerlaufregelventil (Zigarre) samt Schläuchen ausbauen. Ventildeckel in dieser Reihenfolge abschrauben und abnehmen: Von aussen nach innen über Kreuz.


Einspritzventilhaltebügel abschrauben Einspritzventile mit einer Kombizange herausziehen. Elektrische Verbindungen zum Verteiler lösen... Vorsicht, die anschlüsse am Verteiler brechen schnell ab und sind nicht einzeln zu bekommen. Hosenrohr vom Krümmer lösen. Geht von unten mit einer langen Verlängerung und einem Kardangelenk recht gut. Zylinderkopfschrauben in dieser Reihenfolge lösen: Von aussen nach innen über Kreuz!
Dann den Kopf vorsichtig nach oben abnehmen... am besten zu zweit.

Dann sollte es so aussehen:


Ich bin dann noch den Schritt weitergegangen und habe die Ölpumpe ausgebaut, da ich dich Dichtung erneuern wollte. Es kann nämlich passieren, das die Dichtung verhärtet und da die Schrauben der Zahnriemenabdeckung teilweise durch die Ölpumpe gehen, diese undicht wird. Das merkt man erst wenn es zusammengebaut ist und dann fängt man von vorne an.

Der Haken ist, um die Ölpumpe auszubauen muss die Ölwanne ab. Das ist soweit kein Problem bis auf die beiden Schrauben, die man durch die Ausfräsungen in der Schwungscheibe erreicht. Dazu die Riemenscheine wieder locker auf die Kurbelwelle stecken und soweit verdrehen, bis die Schrauben von unten durch die Schwungscheibe sichtbar werden. Dann mit einem T-Schlüssel SW 10 durch die Öffnung losschrauben. Ölwanne abnehmen. Schrauben des Ansaugschnorchels der Ölpumpe Lösen, die Dichtung darunter beim Dichtungskauf nicht vergessen...so wie ich happy smiley Schrauben der Ölpumpe lösen und nach vorn abnehmen.


Da ist sie dann. Ich habe sie in Benzin gewaschen und den Simmering herausgepult.


Neuen Simmering rein und in umgekehrter Reihenfolge wieder montieren. Ich habe die ganzen Dichtungen zusätzlich noch mit Dichtungspaste bestrichen. Dadurch bleibt die Ölwannendichtung auch am Block hängen und das ansetzen der Wanne ist einfacher. Anzugsdrehmomente der Wanne: 20 Nm

Als der Kopf dann ab war habe ich den Krümmer, da dieser einen Riss hatte erneuert. Alle Stehbolzen habe ich in diesem Zuge gewechselt. Wer dann seine Ventile einschleifen möchte und die Ventilschaftabdichtungen erneuern möchte hat jetzt die perfekte Gelegenheit. Dazu git es bei VAG einen Zylinderkopfdichtungssatz, der all diese Dichtungen enthält.

Ich habe mich dann dem Block hingegeben und die Dichtflächen von Dichtungsresten befreit. Die Kolbenböden habe ich mit einer Drahtbürste schön sauber gemacht. Mit einem Winkel den Kopf vor dem aufsetzen auf Verzug prüfen. Neue Dichtung drauf und den Kopf vorsichtig aufgesetzt. Unbedingt neue Kopfschrauben verwenden, da es sich um Dehnschrauben handelt. Bei verwendung der alten kann das genaue Anzugsdrehmoment nicht erreicht werden. Auch ist es wichtig darauf zu achten bevor man den Kopf aufsetzt sorge zu tragen, das kein Öl oder Wasser in den Schraubenlöchern der Zyliderkopfschrauben steht, da auch dieses zu falschen Werten führen würde. Dann die neuen Schrauben von Hand eindrehen und in dieser Reihenfolge in drei Stufen festziehen.

1. Stufe 40 Nm 2. Stufe 60 Nm 3. Stufe + 180° es können auch zweimal 90° sein. Beides jeweils ohne absetzen.\\ Schrauben immer von innen nach aussen über Kreuz anziehen.
Dann alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen.

Beim Aufsetzen des neuen Zahnriemens unbeding vorher den Motor an allen Markierungen auf OT stellen. Nachdem der Riemen drauf ist, den Motor zwei- bis dreimal von Hand durchdrehen um zu sehen ob alles in Ordnung ist.

Alle Anbauteile wieder anschrauben. Ventildeckel in folgenden Stufen und in dieser Reihenfolge anziehen:\\ 1. Stufe 5 Nm-2. Stufe 10 Nm- 3. Stufe 12 Nm. Anzug von innen nach aussen über Kreuz. Man kann aber auch gleich mit 12 Nm anziehen. winking smiley
Öl einfüllen, Wasser einfüllen... Frostschutz nicht vergessen

Alle Riemen drauf

Batterie anklemmen und dann wird es spannend....

Er läuft. (oder auch nicht)

Anmerkungen

  • Abschliessend Sicherung in das Spritpumpenrelais stecken. Mit Hilfe einer Stroboskoplampe die Zündung überprüfen und ggf. durch drehen des Verteilers nachstellen. Sicherung wieder entfernen.
  • Querträger dran, Scheinwerfer einbauen, ggf. einstellen lassen.
    *Stoßstange dran und schon läuft er wieder wie eine eins.
    *Sollte ich etwas vergessen haben, kurzer Hinweis an mich ich ergänze es gerne.


Gruß Uwe godau(at)t-online.de

Siehe auch