Audi20020VAvantVollrestauration

(anzeigen)

Inhaltsverzeichnis

Scanning...

Der Aufbau

Eigentlich schon vor dem eigentlichen Kauf des Autos kam ich auf die Idee, den Wagen komplett neu aufzubauen. Der Gedanke verfestigte sich immer weiter als ich den Wagen hatte, da umfangreiche Arbeiten und Nachrüstungen anstanden. So waren diverse Lackmängel und Roststellen vorhanden, ein Kotflügel und die vordere Stoßstange waren in erbärmlichem Zustand, die innenausstattung aus beigem Streifen-Velours sollte einer schwarzen Sportlederausstattung samt Bose-Türverkleidungen, schwarzem Teppich und Soundsystem weichen, die Heckblende sollte gegen eine neue US-Blende ausgetauscht werden, einige elektrische Anbauteile funktionierten nichtmehr, um nur einige Beispiele zu nennen.

Nachdem duch die Schlachtung zweier 20v genug Teile und Erfahrung gesammelt war, Geld gespart und Möglichkeiten der Umsetzung durchdacht wurden, war es dann soweit. An einem sonnigen Samstagmittag im Februar 2007 habe ich begonnen den Wagen zu zerlegen.

Hier die letzten Bilder im alten Zustand:

Der rechte Kotflügel war kein 20v-Koti, rostig und verbeult, schlimmer gehts nimmer!

Die Stoßstange hatte ihre besten Tage auch hinter sich und war irreparabel.

Zuerst habe ich damit begonnen die Teile des innenraumes zu demontieren, die nicht unmittelbar von Nöten waren um den Wagen in unsere Garage zu bringen, damit ich die Teile im Keller einlagern konnte.

Erstaunt darüber, wie laut ein Auto ohne dämmende innenaustattung eigentlich ist, brachte ich ihn in die Garage und begann damit, den innenraum weiter zu demontieren, alle demontierten Bauteile zu verpacken und Kabel zu beschriften.

Dann ging es der frontpartie an den Kragen.

Nachdem ich etwas mit dem Schraubendreher gestochert hatte, stellte sich heraus, dass der Zustand des Kotflügels noch wesentlich schlechter als erahnt war.

Anschließend wurden die weiteren Anbauteile wie z.B.Türen, Teppich und Hecklecuhten demontiert wobei einige Roststellen freigelegt wurden.

Dann folgte eine der heikelsten Arbeiten. Mit Schneidedraht und per Hand haben mein Kumpel Daniel und ich die verklebten front-, Heck und Seitenscheiben herausgetrennt. Das schwierigste an dieser Arbeit war der zerstörungsfreie Ausbau, da die Scheiben dabei erfahrungsgemäß zum Platzen neigen. Nach stundenlanger Filigranarbeit und viele verbrauchte Meter Draht später ist es uns dann gelungen die Scheiben wie gewünscht zu entfernen.

Wie man auf den Bildern schon erahnen kann, nahmen die freigelegten Roststellen immer größere Ausmaße an. Gerade an verdeckten Stellen wie den Scheibenrahmen, unter den Heckleuchten und unter den Einstigsleisten hatte sich die braune Pest unbemerkt ausgebreitet. Am hinteren, linken Seitenfenster und im Bereich des Heckabschlussbleches hatte sich der kleine braune Nager bereits vollständig durch das Metall gefressen. Hier einiege "Rost-Impressionen":

Das Loch am Fenster haben Daniel und ich großflächig herausgetrennt und ein intaktes Stück eingeschweißt. Besonderer Dank geht an dieser Stelle an SebastianS1 aus dem forum.group44, der die prompte Versorgung mit einem passenden Austauschstück sicherstellte.

Aufgrund der vielen und teilweise sehr kleinen Roststellen habe ich vor dem weiteren Vorgehen eine Bestandsaufnahme gemacht.

Nachdem einige Wochen ins Land gegangen waren und ich immerwieder von kleinen und großen Problemen aufgehalten wurde, während der Termin zur Übergabe an den Lackierer immer näher rückte, sank langsam die Motivation. Doch die Arbeitsschritte, die nun folgen sollten übertrafen alles an stupider, öder und langwieriger Arbeit, was ich in meinem bisherigen Leben durchgemacht habe und nahmen nochmal einige Wochen in Anspruch.

Doch von vorn: Eigentlich war geplant, die Roststellen abzuschleifen, mit Fertan und POR15 zu bearbeiten. Doch nach dem studieren der Gebrauchsanweisung stellte ich fest, dass das POR15 innerhalb von 24 Stunden nachbearbeitet werden musste, was duch die vielen Stellen und die lange Zeit zwischen der Abholung des Fahrzeuges und dem Beginn der eigentlichen Lackierarbeiten unmöglich zu realisieren war. Ein neuer Schlachtplan musste also her, im Audi-Forum, im Freundeskreis, auf der Arbeit, mit Teilehändlern, mit Lackierern und mit Automechanikern wurde diskutiert. Dabei wurden Möglichkeiten wie das reine Abschleifen und Lackieren, der Einsatz von Fertan, POR15, Zinklack, 2K-Epoxidgrund, die des Feuer- und galvanischen Verzinkens, des Verzinnens und sogar das Auftragen von Bleimennige gegeneinander abgewogen.

Doch egal welches Verfahren zum Einsatz kommen sollte, zunächst mussten die Roststellen sorgfältig freigelegt und abgeschliffen werden, damit der Rost erst garkeine Grundlage zum wiederaufblühen hat.. Meine wichtigsten Waffen waren dabei Flex mit Schrubbscheibe, Trennscheibe und Drahtbürstenaufsatz sowie die Mini-Flex. Allein diese hat ca. 120 Schleifscheiben verschlissen.

Da an allen Scheibenrahmen Rost vorhanden war, habe ich mich dazu entschlossen, diese komplett bis auf das blanke Metall abzuschleifen. Allerdings hafteten daran immernoch Reste des alten Scheibenklebers. Das Arbeiten mit Flex samt Drahtbürste hat sich dabei als eine effektive Methode erwiesen. In geschlossenen Räumen kann es allerdings zu mittelstarken Rauchvergiftungen führen, wie man sieht.

Das Ergebnis der reichlichen Überlegungen und Diskusionen war letztendlich, dass ich alle abgeschliffenen Stellen erst galvanisch verzinken wollte, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden sollten. Bei diesem Verfahren wird ein Schwamm mit gelöstem Zink, dem Zinkelektrolyt, getränkt und mittels eines Netzteiles wird ein Stomkreis aufgebaut. Bei aufgelegtem Schwamm fließt dann der Strom durch diesen und das Blech der Karosserie. Dabei kommt es zu einem chemischen Prozess, wobei sich die postiv geladenen Teilchen des Elektrolytes auf dem Blech niederschlagen und eine extrem feste Bindung mit dem Metall eingehen welche bei guter Arbeit eine ähnliche Qualität wie die originale Verzinkung erreicht. Die Nachteile an dieser Prozedur sind, dass Stromstärke und -spannung penibel eingehalten werden müssen und dass diese Arbeit sehr langwierig ist. Das Schwämmchen sollte dabei auf einer Stelle etwa 2 Minuten bei leichten Bewegungen verweilen und immerwieder nachgetränkt werden. Weitere Vorteile sind, dass diese Arbeit zu einem gespitzten Zeitgefühl führt und dass man danach jedes Lied, dass im Radio dudelt textsicher mitsingen kann. winking smiley

Danach habe ich die verzinkten Stellen im sichtbaren Bereich zusätzlich mit Fertan geschützt. Im Bereich der Fensterrahmen habe ich POR15 Aufgetragen und dieses mit Zwei-Komponenten-Epoxidgrund von Brillux überstrichen.

Beim Aufbereiten der Kotflügel habe ich Fertan, POR15 und 2K-Epoxidgrund verwendet.

Nach ungefähr zwei Monaten war es dann soweit. Der Audi war gerade auf den letzten Tag zum Lackiertermin fertig geworden und konnte auf einen Trailer zum Abtransport verladen werden.

Knapp zwei Wochen hatte ich eine "nagelneue" Rohkarosse samt Teilen in der Garage stehen. Von nun an war beim weiteren Zusammenbau oberste Vorsicht geboten um den frischen Lack nicht zu beschädigen.

Als erstes haben wir damit begonnen die sperrigen Teile wie den neuen Teppich und das Armaturenbrett zu verbauen. vorher mussten noch die neuen Boxen in das Armaturenbrett eingebaut und die Kabel für Sitzheizung, Funkfernbedienung, Boxen, Verstärker und CD-Wechsler verlegt werden. Beim Wiederverlegen der Kabelbäume und beim Einbau der elektonischen Komponenten zahlte sich die Kennzeichnung der Kabel aus. Klimaspezi Klaus hatte die ehrenvolle Aufgabe alle Luftführungen und Bauteile der Klimaanlage wieder zusammen zu führen.

Parallel dazu habe ich Karosserieteile wie frontpartie, Stoßstangen und Heckleuchten montiert und angepasst. Besonders das Ausrichten der Kotflügel erforderte einige Geduld. Da US-Heckleuchten von einer US-Vorface-Limo verbaut wurden musste ich sehr präzise mit Abstandhaltern den bündigen Abschluss mit der Heckklappe herstellen.

Durch das gute Vorankommen und die sichtbaren Ergebnisse stieg die Motivation wieder an und ich konnte es kaum abwarten den Panzerkreuzer wieder über deutschlands Straßen zu steuern. Frohen Mutes wurden die Außentüren samt Anbauteilen wieder an ihren Platz gebracht. Die Türen habe ich von innen vollflächig mit selbstklebenden Anti-Dröhn-Platten aus dem Industriebereich versehen um einen besseren Klang für die Boxen in den Türen zu erzielen und um die Geräuschdämmung zu verbessern.

Während der Audi wieder an äußeren Formen Gewann, wurde auch der Aufbau im innenraum weiter vorangetrieben.

Zu den letzen Aufgaben gehörte das Einpassen der innentüren. vorher wurden einige Fensterheber mit Teilen aus meinem Vorrat getauscht und alle Fensterheber geschmiert. Einige Kabel, die an den Türen gebrochen waren mussten gegen neue ausgetauscht werden. Außerdem wurden die Türverkleidungen samt Boxen verbaut.

Nun mussten noch die Fensterscheiben durch eine Fachfirma eingeklebt werden.

Nachdem der Audi mit den neuen Sitzen und einigen Kleinteilen komplettiert worden ist und ein neues Kennzeichen, passend für die US-Leuchten besorgt worden ist, zeigte er sich auf dem Weg zum Forums-Treffen in Rheinbach von seiner besten Seite.

Anmerkungen

  • An dieser Stelle möchte ich mich für die Unterstützung bedanken, die mir beim Aufbau meines Autos zu Teil wurde. Ohne diese Menschen würde ich Wascheinlich noch heute irgendwo in meiner Garage liegen:
    • Danke, Klaus alias Kpt. Como!
  • Danke, Daniel!
  • Danke, Tim!
  • Danke an die vielen anderen Hände, mitgeholfen haben!

Siehe auch