LösungZuZentralhydraulikproblemen

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Lösung: Zentralhydraulik, Schaum, Dämpfungsschlauch sv.Text

Weiter unten gibt es einige Korrekturvorschläge für die Selbstdoku – weil da leider ein paar Fehler drin stehen. Suchbegriffe: Zentralhydraulik, Schaum im Behälter, Schaumbildung, Dämpfungsschlauch, Dehnschlauch, Pumpe undicht, Servoleitung, Servoschlauch

Hier die Entwicklung des ganzen Geschehens: Ich habe die letzten Tage eine ziemliche Odyssee in Sachen "Probleme mit der Zentralhydraulik" durchgemacht.

Bereits mehrere Male wurde die (vor wenigen Monaten komplett neu abgedichtete) Zentralhydraulikpumpe immer wieder am oberen vorderen Stopfen (Bremskreis) undicht. Ich hatte schon minderwertige Dichtungsqualität oder einen Riss in der Pumpe vermutet.

Letzte Woche also mal wieder den Deckel mit Dichtung erneuert, 350km gefahren - und auf der Rückfahrt wieder undicht. Als Bonus aber diesmal ein "schäumender" Servobehälter...

Also hab ich hier gesucht und den Hinweis mit dem Dehnschlauch gefunden. Also Ersatzteil gleich bestellt und eingebaut. Leider immer noch Schaumbildung im Behälter. Wegen des Verdachts der Schaumbildung durch eine undichte Pumpe habe ich eine andere (dichte) Pumpe eingebaut und das System vorschriftsmäßig entlüftet. Ergebnis - Lenkrad dreht mal schwer mal leicht, Bremsunterstützung pulsierend und immer noch Schaumbildung im Behälter...

Also habe ich die originale Pumpe (nochmals) komplett neu abgedichtet und wieder eingebaut. Bei der Gelegenheit habe ich zwei lose Schellen an den Rücklaufleitungen des Behälters gefunden. Probefahrt – keine Schaumbildung.

Dann weitere 450km fahrt - alles Prima –und dann doch wieder Schaumbildung... dann wieder Ruhe, dann nach weiteren 450km wieder Schaumbildung...

Da keine „offensichtlichen Undichtigkeiten zu sehen waren (Pumpe dicht, Lenkgetriebe dicht, Schläuche trocken, hab ich den Austausch der einzelnen Komponenten in Betracht gezogen.

Mittlerweile hatte ich einen Betrieb gefunden der für 200€ mit Garantie und Prüfprotokoll die Servolenkung abdichten würde und einen Anbieter gefunden der für 250€ eine Austauschpumpe liefern kann...

Wie schon geschrieben: Schläuche am Fahrzeug sahen alle Top aus... Die Anschluss-Enden sind nach 23 Jahren noch „goldglänzend“… Nach der letzten Aktion hab ich den Audi dann hinters Haus gefahren, um die Schilder abzuschrauben und ihn der natürlichen Bestimmung (Altautoverwertung) zuzuführen... (Bei der Überschlagsrechnung, was die gesamten Teile der Zentralhydraulik kosten kommen einem solche Gedanken… aber nur kurz…)

Dann ist mir aufgefallen, dass der Servo - Hauptschlauch (443 498 892 C = Pumpe an Lenkung) aus einer Umhüllung und dem eigentlichen Schlauch besteht. Die Umhüllung sieht neuwertig – der Gewebeschlauch darunter wirklich neu aus. Im Bereich des Lenkungsanschlusses war die Umhüllung (zum Glück) „aufgepumpt“. Jetzt iom Ausgebauten Zustand ist wieder nichts zu sehen.

Also Servoschlauch 443 498 892 C neu bestellt, eingebaut und Ruhe ist…

Jetzt zum eigentlichen Grund für diesen Beitrag: Die Zentralhydraulik (ohne Niveauregulierung) besteht aus zwei getrennten Druckkreisen mit einem gemeinsamen Ölvorrat.

Die vorderen beiden Kolben/ Stopfen der Pumpe versorgen den Bremskreis. Wenn hier eine Undichtigkeit an der Pumpe zu sehen ist, dann liegt der Verdacht nahe, dass der Dämpfungsschlauch (5€) (das kleine schwarze Röhrchen im Schlauch) verstopft ist.

In der Selbstdoku ist hier beschrieben, der Hochdruckschlauch würde sich auflösen und verstopfen – das ist FALSCH. Der Hochdruckschlauch 443 698 486 F (incl. Dämpfungsschlauch) kostet etwa 100€, ist mit dem neueren Anschluss für den Druckspeicher und der kann vom Altteil übernommen werden. Wenn man hier die 5€ für den Dämpfungsschlauch investiert hat man den gleichen Effekt - und 95€ mehr in der Tasche - macht bei zwei Audis 190€ unnötige Ausgaben...

Das abgebildete „poröse“ Teil ist einfach nur eine Schutzhülle. Der Hochdruckschlauch kann zwar brechen oder reißen, aber nicht bröckeln. Der Dämpfungsschlauch setzt sich vielmehr deshalb zu, weil der Dehnschlauch andere Gummiteile im System Bremse/ Servolenkungshydraulik bröckeln und in einem Behälter die gleiche Flüssigkeit nutzen. Der „neue“ Dämpfungsschlauch lässt sich „durchblasen, der „alte“ Dämpfungsschlauch ist „dicht“.

Der „Neue“ Hochdruckschlauch kann auch an den alten Druckspeicher angeschlossen werden, weil Ober- (an der Pumpe) und Unterteil (am Druckspeicher) gelöst und weiter verwendet werden können.

Entlüften mittels mehrmaligem Betätigen des Bremspedals... auffüllen muss man nichts.

Der Dämpfungsschlauch sollte erneuert werden, wenn die Pumpe an den vorderen Stopfen undicht wird. Ich habe meine Pumpe im Schnitt alle 4 Jahre/120.000km einmal komplett abgedichtet. Der Simmerring der Zentralhydraulikpumpe ist stark beansprucht – deshalb ist eine Komplettabdichtung nach dieser Zeit durchaus sinnvoll. Der Dichtsatz kostet um die 30€ und die komplette Abdichtung dauert etwa 45 Minuten.

Falls das Bremspedal pulsiert oder die Lenkung ruckt, ist die Pumpe verschlissen… da nutzt auch abdichten nichts mehr.

Beim Druckspeicher würde ich als Ersatz nur noch den „eckigen“ vom Nachface einbauen, weil die Leitungen der Zentralhydraulik nur noch mit den neuen Anschlüssen verfügbar sind. Die Hohlschraubendurchmesser von rundem und eckigem Anschluss unterscheiden sich.

Zum Problem mit der Schaumbildung. Irgendwo im System wird Luft angesaugt diese schäumt dann im Behälter auf. Da das Problem bei mir quasi immer nur bei einem starken Lenkereischlagen auftrat hatte ich die Lenkung (Schlauch oder Lenkgetriebe) in Verdacht.

Der Rücklauf vom Druckspeicher ist die „billigste“ Fehlerquelle, da es ein ganz normaler Schlauch (12€ Formschlauch) mit zwei Schellen ist. Der Rücklauf vom Bremskraftverstärker scheidet aus, weil der Schlauch ob in den Behälter zurückgeführt wird.

Dem Servoschlauch war/ist nichts anzusehen. Die Anschlussteile sehen aus wie neu. Das Problem hat nichts mit der Laufleistung zu tun. Mein Audi mit 491.000km ist 6 Monate jünger als der mit 150.000km – und hatte das Problem (auf Holz klopfe) noch nicht. Bevor das Problem auftrat, war die Servolenkung (aus einem V8) sehr leichtgängig. Plötzlich hat sie dann beim Einlenken Punkte mit „Schwergängigkeit“ gehabt. Das Problem trat über mehrere hundert Kilometer nicht auf, dann plötzlich beim starken Einlenken doch wieder…

Die Servo - Hauptleitung“ ist nur noch für den Nachface erhältlich – hier war mein Glück, dass ich bereits das Nachface - Lenkgetriebe mit den „breiten Auflageflächen“ drin hatte. An der Zentralhydraulikpumpe passen die neuen Anschlüsse auch. Der Schlauch kostet etwas mehr als 170€ (er wird komplett mit Hohlschrauben und Dichtungen geliefert) und ist in 45Minuten gewechselt. Dazu Servo - Öl aus dem Behälter ablassen (Servo-Rücklaufschlauch am Behälter abschrauben), den Servo - Behälter mit Halter demontieren, beide Servoleitungen am Lenkgetriebe demontieren und dann mit neuen Dichtungen einbauen. Achtung: der Servo - Druckschlauch verläuft „hinter“ dem Rücklaufschlauch – deshalb ist es günstiger diesen gleich zu demontieren.

Ein ortsansässiger Hydraulikleitungsbetrieb hätte mir zwar die verschiedenen Leitungen zu ähnlichen Preisen wie die originalen Neuteile angefertigt – der Dehnschlauch ist aber auch mit Drosseln und Dehnelementen bestückt und kann/darf deshalb nicht einfach als Hydraulikleitung ausgeführt werden.

So, ich hoffe das hilft dem einen oder anderen ein wenig. Ich hab jetzt 300€ für zwei Hochdruckschläuche (beide Audis) einen Dehnschlauch und einen Dichtsatz ausgegeben. Mal schauen wie lange der Audi damit jetzt wieder fährt.

Eventuell können Teile dieser Abhandlung in die Selbstdoku übernommen werden.

Gruß StefanS.

Anmerkungen

  • Hallo Stefan, Danke für Deinen Beitrag. Ich würde einfach vorschlagen, den in den relevanten Beiträgen im Text und unter "Siehe auch" zu verlinken. Das geht so

[[LösungZuZentralhydraulikproblemen]]

Siehe auch