Ventildeckeldichtung erneuern

(anzeigen)

Inhaltsverzeichnis

Scanning...

Folgendes vorher erledigen:

  • Schrauben einsprühen mit Rostlöser
  • Die Dichtung kaufen beim Freundlichen: VAG-Nr.: 034129717E (es ist die "zwischen" den Ansaugbrückenhälften)
  • Die Ventildeckeldichtung ist im Audi100-Shop möglicherweise günstiger winking smiley


Folgende Vorgehensweise beim Fünfzylinder NF

  1. Gaszug aushängen und aus dem Widerlager herausziehen
  2. Kabelhalter am hinteren Deckelende lösen
  3. Leitung am Kaltstartventil abschrauben
  4. Halter der Einspritzleitungen abschrauben
  5. Elektrische Verbindung an der Drosselklappe abziehen
  6. Schlauchschellen von dem Ansaugteil an der Drosselklappe und an dem Luftmengenmesser lösen
  7. Kurbelgehäuseentlüftung ebenfalls an dem Gumiteil lösen
  8. Leerlaufregelventilschläuche abziehen
  9. Inbusschrauben des Ansaugbrückenoberteils lösen und Ansaugbrückenoberteil abnehmen


Vorsicht bei der vorderen bzw. den beiden vorderen Inbußschrauben der Ansaugbrücke!! Besonders bei Fahrzeugen mit hoher Streusalzbeaufschlagung kann durch diesen Elektrolyten in den Gewindegängen reichlich Oxidat sitzen. Das kann dazu führen, dass sich das Oxidat beim Rausdrehen der Schraube in die Gewindegänge setzt und diese beschädigt bzw. abschert. Zu merken ist das durch stärker werdenden Kraftaufwand beim Rausdrehen der Schraube. In diesem Fall ordentlich mit Rostlöser arbeiten und beim Schrauben wie beim Gewindeschneiden vorgehen: Zwei Umdrehungen raus, eine halbe wieder rein etc.,das läßt das Oxidat nachfallen und die Gewindegänge bleiben erhalten.

  1. Muttern des Ventildeckels lösen
  2. Unterlegscheiben und Verstärkungsbleche entfernen
  3. Massekabel am hinteren Ende abnehmen
  4. Deckel abnehmen
  5. Halbrunddichtung am Ende auch erneuern
  6. Dichtung erneuern


Anmerkungen

  • Beim *Einbau* die Blechverstärkungsleisten nicht vergessen
  • Muttern von der Deckelmitte beginnend über Kreuz zuerst mit 5Nm, dann mit 10 Nm und zum Schluss mit jeweil 12 Nm anziehen.
  • Dann alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen.
  • Die Teile schön saubermachen.
  • Die Dichtung zweck besserer Haltbarkeit entweder mit a) *Loctide 574* oder b) *Atmosit (Flüssiggummi)* einsetzen. Seit der Deckel nicht mehr zu Wartungszwecken jährlich abgenommen werden muss, ist das sinnvoll. Die Originaldichtungen aus Kork werden alle nach einer gewissen Zeit wieder undicht.


  • Seit einiger Zeit werden über den Audi-Ersatzteilhandel nur noch V-Deckeldichtungen aus Gummi vertrieben, es gibt auch ganze Sätze zum Umrüsten auf die neuen Dichtungen (interessant dabei ist die Tatsache, dass die Umrüstsätze zumeist billiger sind als die Dichtung). Der höhere Preis dieser Dichtungslösung mag den einen oder anderen erstmal schrecken, doch sie ist auf längere Zeit gesehen auf jeden Fall die bessere Lösung. Gummi altert nicht und trocknet nicht aus, wie das bei Kork der Fall ist. Somit hält die Gummidichtung wesentlich länger dicht und ist auch nach Abnehmen des V-Deckels einmal wiederverwendbar.


  • Wichtig hierfür ist allerdings, dass beim Umrüsten auf Gummidichtungen der erforderliche Stehbolzenwechsel gewissenhaft durchgeführt wird !! Zieht man die Bolzen zu schwach an, lockern sie sich wieder und die Dichtung wird undicht. Zieht man sie zu stark an, so dass die Stehbolzen über das Gewindeende eingedreht werden, sprengt man sehr schnell die Gewindelöcher im Zylinderkopf und hat fortan eine ewig undichte Stelle, die sich nur durch Ersatz des Zylinderkopfes wieder schließen läßt.

Ungeachtet dieser Schwierigkeiten kann man den Umstieg auf Gummi jedoch absolut empfehlen.

  • Wichtig noch: Wenn ein Ventildeckel an den Schraublöchern arg ausgefranst aussieht oder auf den Dichtseiten sogar wellig ist, muß man im Falle der Umrüstung einen neuen Ventildeckel verbauen. Der alte Deckel wird in 90% der Fälle nicht mehr dicht werden.


Auch ist eine absolut penible Reinigung der Dichtflächen erforderlich, auch nicht der kleinste Korkrest darf zurückbleiben.

Siehe auch