Umbau Motorblock KV(2,2l) auf 3B

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Hallo,

erst mal vorweg, ich bin jetzt schon 20.000km mit dem umgebauten Motor gefahren - ohne Probleme!

Jetzt zum Umbau. Wollte damals Geld sparen und habe mich damals nach Alternativen umgesehen. Nach stundenlangem vergleichen von Teilenummern und Kennbuchstaben habe ich dann herausgefunden was alles möglich ist. Da Audi wie andere wahrscheinlich auch Motoren aus dem Regal baut sind viele Teile identisch, so auch der rohe Block des 5-Zylinders eigentlich aller Kennbuchstaben. Unterschiede gibt es dann bei den Bohrungen (je nach Hubraum) und den zusätzlich angebrachten Gebern bei den neueren Einspritzern. Bei höheren Leistungen sind dann auch die Ölspritzdüsen verbaut. Dazu ist die Hauptdruckleitung im Block nur angeboht und mit den Düsen versehen.

Ich habe mir dann einen KV besorgt der gerade mal 80.000km gelaufen hat, für lächerlichmal 50Euro, ohne sichtliche Verschleißspuren an den Laufbahnen. Den habe ich dann erst mal komplett zerlegt um festzustellen was alles noch gemacht werden muss.

1. Kolben: die des 20V habe eingefräste Taschen für die Ventile. Die sind also zu tauschen! Es gab aber auch schon Leute die sich die Taschen in die 10V Kolben fräsen lassen haben. Da die Kolben quasi nicht verschleißen, können diese aber vom 20V - natürlich sorgfältig gereinigt - verwendet werden. Ich hatte sie im Ultraschalbad um alte Ölkohlerückstände zu entfernen, besonders die in den Rücklaufbohrungen hinter den Ölabstreifringen. Kolbenringe sind zu erneuern. Gibts bei ebay komplett für 60Euro incl. Versand.

2. Kurbelwelle: Ist identisch mit der vom 20V bis auf den Mitnehmer für die Ölpumpe (3B: vier Zähne, KV: 2 Zähne) Den Mitnehmer gibt es aber einzeln zu kaufen und muss dann aufgeschrumft werden, mit einer Heizplatte und einer Gefriertruhe aber auch kein Thema. Meine 3B KW war noch gut, also hab ich sie wieder verwendet. 3. Pleuel: der 3B hat eine Ölbohrung vom Pleullager zum Pleulauge, das Pleuelauge vom KV ist von oben durch eine große Bohrung Lecköl geschmiert. Das heißt die Pleuel vom 3B sind zu verwenden.

4. Lager: Es gibt nur noch einen Pleullagersatz für alle 20V. Alle angebotenen Lager sind von GLYCO. Auch angebliche Tuning Lagerschalen. Auch die von audi sind gesputtert. Man kann alles bei VW/Audi bestellen, im freien Handel kosten die das selbe - nur man wartet länger drauf. Ich habe auch gleich noch die Pleulaugenbuchsen gewechselt, was mir ein wenig Kopfschmerzen bereitet hat. Diese müssen nach dem Einpressen aufgerieben werden. Mir konnte keiner sagen welche Passung die Ahle haben muss - scheint wohl schon in Vergessenheit geraten zu sein. Nach dem Ausmessen der Kolbenbolzen mit der Mikrometerschraube und zur Hilfenahme meines guten alten Tabellenbuches habe ich mich dann für 20H7 entschieden. Das ist die letzte Spielpassung vor der Übergangspassung. Zum Glück hatte ich einen fähigen Metallbauer an der Hand der mir eine nagelneue für diese Zwecke aus seinem Vorratsschrank geholt hat. Beim aufreiben ist zu bechten das das Pleuel absolut eben auf dem Maschinentisch liegt. Mit viel Bohröl und relativ geringer Drehzahl wird dann mit Maschine aufgerieben.

5. Kopfdichtung: die vom ADU aus Metall

6. Wasseeranschluss (Rücklaufleitung Turbo): Mittleren Froststofen raus und gegen einen vom 20V mit Wasserstutzen ersetzen

7. Ölanschluss (Rücklaufleitung Turbo): hierfür muss der Block angebohrt werden. Der Flansch dafür ist bereits am Block angegossen. Maße vom Alten nehmen und auf gehts! M8 Gewinde schneiden und fertig.

8. Ölspritzdüsen: Hierfür ist es notwendig die Kurbelwelle zu ausbauen. Für die genauen Positionen der Bohlöcher und der dazugehörigen M6 Gewinde habe ich mir eine Schablone aus Blech gebastelt um die genauen Positionen besser bestimmen zu können. Mit normalen Messgeräten ist da kaum ranzukommen. Die angefrästen Auflagelächen für die Ölspritzdüsen im Block werden nicht benötigt. Es ist auch so noch Platz zwischen Düsen und Kurbelwellenwange. Man braucht außerdem verlängerte Bohrer, bzw. ein sehr kleines Bohrfutter, da im Kurbelgehäuse alles sehr eng ist. Am besten geht das natürlich an einer großen Tischbohrmaschine. Mit der Hand zu bohren ist sehr gefährlich, da der Hauptölkanal seitlich angebohrt wird und man daher schnell verkanten kann. Das bohren und Gewindeschneiden geht eigentlich sehr leicht, da das Material sehr weich ist. Nach dem Bohren ist alles peinlichst zu säubern. Jeder noch so kleine zurückgebliebene Span kann den nächsten Lagerschaden verursachen! Ich habe den Block ca. eine habe Stunde lang gekärchert und gespült. Anschließed ist natürlich alles sofort mit Öl zu besprühen um Korrosion an den empfindlichen Stellen zu vermeiden. Die Ölspritzdüsen habe ich dann zusätlich mit Dichtmasse eingestzt um eventuelle Toleranzabweichungen auszugleichen winking smiley.

9. Geber für Motordrehzahl: am 20V Block ist dafür eine Fläche mit Ausussparung angebracht. Dise muss auf den KV Block zu übertragen. Das geht super mit einer Flex mit Schrupp- und Fächerscheibe. Auch hier muss sorgfältig gearbeiet werden, sonst stimmt der Zündzeitpunkt nicht. Am besten markante Punkte wie z.B. Bohrungen vom Getriebeflansch suchen.

Ich habe auch noch die Kurbelwellenlager und sämtliche Dichtungen gewechselt, außerdem gleich noch den Zylinderkopf überholt. Damit sollte alles erledigt sein. Ein bisschen Aufwand, aber es lohnt! Ich habe gerade mal ca. 550Euro investiert, und habe eigentlich einen komplett neuen Motor! Die Arbeitszeit von ca. 1Woche mit Motor ein- und ausbauen vor der Garage, im Dezember, darf dabei natürlich nicht gerechnet werden.

Falls noch Fragen sind. Ich stehe jederzeit zur Verfügung!

Grüße, Christian

chaerte@yahoo.de

Anmerkungen

Siehe auch