Motor nach langer Standzeit wiederbeleben

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Wer seinen Audi nach langer Standzeit wiederbeleben will, sollte so vorgehen (der Tank kann vorerst eingebaut bleiben):

Motoren mit kontinuierlicher Einspritzung (K-, KE- und KE-III Jetronic, z.B. resp. WC und MC, RT und NF, NG, AAR)

Die allererste Amtshandlung sollte sein, eine oder noch besser zwei Dosen ~ProTec Fuel Line Cleaner in den Tank zu geben. Dann Batterie einbauen, Kraftstoffpumpe überbrücken (am Relais Kl. 30 auf 87 mit Hilfskabel), so dass die Pumpe ständig läuft. Einige Minuten laufen lassen. Falls die Pumpe nicht anlaufen will, FLC eine Nacht einwirken lassen und nochmal probieren am nächsten Morgen. Wenn sie dann immer noch nicht läuft, Deckel vom Tankgeber und Tankgeber ausbauen, und mit Hammerstiel gegen das Gehäuse der Pumpe schlagen. Durch das Laufenlassen der Pumpe wird der Sprit im Mengenteiler wieder in den Tank gefördert, und frischer Sprit aus dem Tank kommt in den Mengenteiler. Das FLC kann Verharzungen die mit Sicherheit im Bereich vom Steuerkolben im Mengenteiler sind lösen.

Die Pumpe wieder stillegen, Lufthutze demontieren und Stauscheibe ein paar Mal mit der Hand anheben. Dann die Stauscheibe EIN MAL bis Vollanschlag anheben, während die Benzinpume überbrückt ist und läuft. Die Einspritzventile spritzen dabei die Vollast-Menge ein! -Dadurch können mit Glück festhängende Einspritzventile befreit werden.

Wenn man mehr Mühen nicht scheut, Einspritzventile ausbauen, angeschlossen lassen und in die Luft halten. Bei überbrückter Kraftstoffpumpe die Stauscheibe längere Zeit (1-2 Minuten oder so) in unterschiedlichen Lagen anheben, so das das Einspritzsystem durchgespült wird.

Anschließend die Zündkerzen herausdrehen, etwas Rostlöser (Caramba) in jeden Zylinder sprühen, um ggf. vorhandenen Flugrost zu "entschärfen" in den Laufbuchsen. Motor mit der Hand mehrere Male durchdrehen. Dann eine Stunde stehen lassen, damit das Caramba Zeit hat, durch die Kolbenringe nach unten zu sickern. Dann drei Kerzen hineindrehen, durch die Kerzenlöcher der 2 anderen Zylinder einen guten Schuß Bremsenreiniger in den Motor sprühen. Kerzen ganz schnell hineindrehen, so schnell es geht. Stecker drauf, Motor starten. Der Bremsenreiniger in den 2 Zylindern wird sofort zünden, und hilft, dass der Motor durchzieht.

Auf diese Methode bekommt man jeden zum Laufen, auch nach 5 Jahren. Ist keine blanke Theorie, sondern praktische Erfahrungen. Wenn man zu faul ist, dauert es hinterher länger weil der Motor absäuft, oder man bekommt ihn erst gar nicht zum Laufen. Beim MC ist das sowieso besonders heikel, weil er manchmal nur 4 Zündfunken pro Zylinder rausgibt. Genügen diese 4 Zündfunken zum Anspringen, ist alles bestens und er läuft. Springt er nicht an weil 4 Anlasserumdrehungen nicht genügen, kann man eine Stunde weiterorgeln bis die Batterie leer ist und das Öl voll Benzin.

Mit überbrücktem Kraftstoffpumpenrelais springt auch kein MC an, obwohl die Kraftstoffpumpe ja dann ständig läuft. Daher: vor dem eigentlichen Startversuch die Überbrückung entfernen und wieder das Relais einstecken.

Die erste Fahrt sollte zur Tankstelle führen, mit Super Plus volltanken, anschliessend Ölwechsel.

Motoren mit sequentieller Einspritzung (Motronic, z.B. 3B)

Die sequentiellen Einspritzer (20v) sollten weniger Probleme machen, da es keine mechanischen Teile außerhalb der Spritpumpe, Druckregler und der Einspritzventile gibt. Diese können natürlich auch "hängen" wenn sie grob verklebt sind, aber die Öffnungsmagneten sind schon kräftig. Also eher weniger problematisch als die rein mechanischen "Schnatterventile" der K- und KE-Jetronic. Außerdem arbeiten beide Systeme vorlagernd, d.h. sie spritzen direkt auf das Einlaßventil und haben so ähnliche Reinigungswirkung auf selbiges.

Ggf. sollte man beim 20V mit Hitzdraht-Luftmassenmesser diesen vorher ausbauen und einfach mal schauen, ob sich irgendwas abgelagert hat. Wenn ja, einfach mit Bremsenreiniger innen sanft absprühen und beim nächsten Motorlauf brennt sich der Hitzdraht nach Motorabstellen ohnehin automatisch zyklisch frei. Kontaktpflege am LMM wäre ggf. auch noch vorzuschalten.

Motoren mit Zentraleinspritzung (Name der Einspritzung und Motorkennbuchstaben)

Die Zentraleinsprizer arbeiten auch mit einem "Schnatterventil", aber bei niedrigerem Druck. Also kann es theoretisch Dreck schlechter losweren, aber da es insgesamt größer ist, ist es unwahrscheinlich, dass sich Verklebungen auf das ganze Ventil auwirken. Mit ein wenig Vorlauf der Spritpumpe (frischer Sprit + Systemdruck) und Reiniger sollte der Motor schon zünden.

Nachteil der sequentiellen und zentralen gegenüber der kontinuierlichen Einspritzung ist, dass man nicht einfach so ohne laufenden Motor Maximalmengen einspritzen kann, aber dafür gibt es halt keine empfindlichen Steuerkolben.

Anmerkungen

  • Zahnriemen, Wapu und Spannrolle nach langer Standzeit kontrollieren und ggf. wechseln (Zahnriemen evtl. porös und kann reissen)!
  • Evtl. Öl- und Filterwechsel vorher machen (Motoröl altert mit der Zeit).
  • Kühlwassserstand kontrollieren!
  • Nach langer Standzeit sind auch meistens die Zündkabel sehr porös und schlagen durch, wodurch evtl. ein Motorstart nicht möglich ist.

Siehe auch