aus "Audi100.Selbst-Doku.de"

Main: Fehlerdiagnose-Hydrauliksystem

Fehlerdiagnose Hydrauliksystem

Das Hydrauliksystem des Typ 44 ist leider eine unglückliche Lösung. ZF hatte seinerzeit den Auftrag, eine Pumpe zu diesem System zu entwickeln. Leider wurde das System etwas überfrachtet. Es besteht in seiner maximalen Auslegung aus:

Weitere beteiligte Bauteile sind:

Das Hydrauliksystem besteht aus drei Kreisen:

Überwacht wird dieses System nur auf Druck und Ölmenge. Leider sind diese Überwachungspunkte in Reihe geschaltet und ein Fehler wird nur durch eine gemeinsame Kontrollleuchte angezeigt. Zusätzliche Probleme macht noch, dass durch diese Kontrollleuchte auch noch das Erreichen der Verschleißmarke der Frontbremsbeläge und das Unterschreiten des Mindestflüssigkeitspegel im Bremsflüssigkeitsbehälter angezeigt wird.

Es gibt folgende Überwachungspunkte im Hydrauliksystem:

Den Aufbau der verschiedenen Kreise spare ich mir jetzt in der Hoffnung, dass die jeder soweit kennt. Im Zweifelsfalle verweise ich hier auf das SSP049. Dort ist das System erklärt. Fehlerdarstellung:

Kontrollleuchte im Anzeigeninstument blinkt.

Dabei muss man unterscheiden:
=> Es blinkt kurz weiter nach dem der Motor gestartet wurde.
Dies ist ganz normal.
Nach dem Starten des Motors pumpt die Servopumpe erst mal den Druck im Druckspeicher auf. Ist ->dieser voll betriebsbereit, öffnet sich ein Bypass und das Öl fließt von unten in den ->Servoölbehälter.
Je älter der Druckspeicher ist, desto länger dauert es, bis das Blinken aufhört.
=> Die Kontrollleuchte blinkt nur beim Bremsen oder kurz danach weiter.
Dies ist eindeutig ein Zeichen für einen Druckmangel durch den Druckspeicher.
Dies kann zwei Gründe haben:
1. Der Druckspeicher kann keinen Druck mehr speichern.
Dies kann seinen Grund in einem defekten Druckspeicher haben (Gasfüllung hinter der Membrane zu gering, Bypassventil kann wegen Verschmutzung nicht schließen).
In diesem Fall muss der Druckspeicher ausgetauscht werden.
2. Es kommt nicht genug Druck am Druckspeicher an.
Dies kann seinen Grund
- in einer Verstopfung / Verengung der Zuleitung (Dehnschlauch und / oder Sieb in dessen Verschraubung) haben.
Dann muss der Dehnschlauch mit den Schrauben und dem Schlaucheinsatz gewechselt werden.
- in einer Undichtigkeit der Pumpe haben.
Meist sind dann die zwei Kreuzdeckel oben auf der Pumpe undicht. Es können aber auch am ganzen Pumpengehäuse Undichtigkeiten auftreten. Dazu gehören außer Dichtungsbrüchen auch Gehäusebrüche.
Außer einem innerlich zerbröckelten Dehnschlauch kann die Pumpe auch durch Verunreinigungen aus Abrieb im System Schaden nehmen. Diese Verunreinigungen verhindern das korekte Arbeiten des Druckregelventils in der Pumpe. Dann muss die Pumpe immer gegen ihren eingenen Druck anpumpen (bis zu 165 bar). Dies führt dann zu den beschriebenen Undichtigkeiten. Um dieses Problem zu beseitigen reicht es leider nicht, die Pumpe wieder abzudichten. Sie würde nach einiger Zeit wieder undicht werden.
- Die Servounterstützung des Bremskraftverstärkers ist nicht / nicht ausreichgend / nicht immer vorhanden.
Dies kann seinen Grund
- in einer Blockierung der Ventilbohrungen durch Verstopfungen haben.
Dann muss der Bremskraftverstärker getauscht werden.
- Die Servounterstützung der Lenkung ist nicht immer vorhanden / nicht ausreichend.
Dies tritt vor allem im Leerlauf sehr störend auf.
Der Grund dafür:
1. Schmutz in der Pumpe
2. Schmutz in der Servolenkung
=> Die Kontrollleuchte blinkt nur beim Bremsen oder kurz danach weiter.
Dies kann seinen Grund
- in einem Verschleiß der Frontbremsbeläge haben. Die Verschleißkontakte wurden bereits durch den Grat an der Bremsscheibe verletzt (sind aber noch nicht durch). Beim Bremsen kommt es zu einem Abfluss des Stroms über die Bremsscheibe und die Kontrollleuchte leuchtet auf.
- in einem Druckmangel haben. Hier kann es dann wieder, wie oben bereits beschrieben, entweder der Druckspeicher selber oder aber die Druckversorgung des Druckspeichers sein.
=> Die Kontrollleuchte blinkt kurz auf.
Dies tritt immer bei schnell gefahrenen Kurven / bei starken ruckartigen Bremsungen / Überfahren von Löchern / Schwellen auf.
Dies kann seinen Grund
- in einem verletzten Verschleißkontakt der Frontbremsbeläge haben.
Dann müssen die Bremsbeläge samt Verschleißkontakt gewechselt werden.
- in einem zu geringen Pegel im Behälter der Bremsflüssigkeit haben.
Dann müssen die Bremsbelagsdicken nachgeprüft werden.
- in einem niedrigen Ölpegel im Servoölbehälter haben.
Dies kann an Leckagen liegen.
=> Schaumiges Servoöl im Behälter oder Überlaufen des Servoölbehälters
Alle bisher bekanntgewordenen Fälle basieren auf Luft im System. Dies kann nur durch Undichtigkeiten in das System gekommen sein.
=> Kontrollleuchte blinkt immer ohne das Undichtigkeiten, Probleme mit der Servolenkung und / oder der Bremskraftverstärkung aufgetreten oder die Verschleißkontakte beschädigt worden sind.
- Einer oder mehrere der drei Sicherheitsfühler hat einen Defekt.
Dies kann man nur durch Überbrücken der einzelnen Fühler herausbekommen. Der als Verursacher gefundenen Fühler muss gewechselt werden.
=> Die Kontrollleuchte blinkt nie.
- In diesem Fall ist davon auszugehen, dass schlicht der Leuchtkörper defekt ist und ausgewechselt werden muss.

Niveau-Regulierung

-Höhenveränderung funktioniert nicht oder nur verzögert
Ein verschmutztes Regelventil an der Hinterachse arbeitet nicht mehr einwandfrei bzw. gar nicht mehr. Die Höhe wird bei Beladung / Entladung nicht mehr ausgependelt. Meistens bleibt das Heck dauerhaft auf Höchststellung. Die Federung ist dann zu hart, und die Hinterachse fängt im Extremfall an zu springen. Verstärkt wird dieser Effekt zusätzlich noch, wenn die Druckspeicher der Niveauregulierung zu wenig Gasdruck haben. Dann wird das Auto praktisch unfahrbar. Es kann auch sein, dass die Hinterachsdämpfer in der unteren Stellung stehen bleiben.
Davon abgesehen ist natürlich Schmutz in den Dämpfern genau so schädlich wie in allen anderen Hydraulikkomponenten auch.

Reinigung des Hydrauliksystems

Für Citroen gibt es eine spezielle Reinigungsflüssigkeit (Hydroclean oder Hydrorincage) die anstelle des Hydrauliköls für ca. 1000-3000 Km eingefüllt wird. Danach wird das System mit Hydrauliköl gespült und neu gefüllt. Das Zeug wirkt wahre Wunder, hat aber den Nachteil, dass kleinere Leckagen, die vorher von innen mit Verunreinigungen noch verschlossen waren, dann gnadenlos zum Vorschein kommen.

Da Audi und Citroen ähnliches oder sogar gleiches Öl verwenden und auch die verwendeten Dichtungsmaterialien nichts Besonderes sind, dürfte der Einsatz dieser Flüssigkeit unproblematisch und sehr wirksam sein.

Fazit:

o Dieser kommt in die Rückleitung von der Servolenkung zum Servoölbehälter.
o Diese Filter bestehen aus drei Teilen:
+ Einem Magneten. Dieser filtert magnetische Verschmutzungen heraus.
+ Einem Feinfilter. Dieser filtert nicht magnetischen Verschmutzungen heraus.
+ Einem Bypass-Ventil. Falls der Filter mal zusitzen sollte, öffnet das Ventil und das Öl passiert den Filter ungefiltert.

Bild: siehe http://www.magnefine.com/html/filtration.html

Wie sonst sollte es zu meinen Problemen mit der Servolenkung (mangelnde Unterstützung, obwohl 2005 neu eingebaut), der Pumpe (nach max. drei Jahren wieder undicht) und mangelnder Druck im Bremskraftverstärker kommen (2005 neuer Druckspeicher)? Die Verschmutzungen liefern da eine denkbare Erklärung. Jedenfalls habe ich jetzt den Hydraulikfilter und eine neue Pumpe montiert und meine Probleme sind weg.

Anmerkung:

'Siehe auch

URL: http://audi100.selbst-doku.de/Main/Fehlerdiagnose-Hydrauliksystem
Zuletzt geändert am 12.05.2009 10:20 Uhr