Fehlerspeicher auslesen : KG (KH, JY)

(anzeigen)

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Anmerkung: Anders als bei den späteren Motoren mit Einspritzsteuergerät, macht man hier keine Blinkcodeausgabe, sondern die Fehler der VEZ werden über eine Kombination aus Drehzahlanzeige und Motorkontrollleuchte angezeigt.

Voraussetzungen bzw. Prüfbedingungen:

  • Masseanschlüsse am Motor i.o.
  • Fehlerlampe, Drehzahlmesser und Ansteuerung VEZ-DZM i.o.
  • Bremsleuchten i.o.
  • Drosselklappenschalter (also LL- und Volllastschalter) i.o. und richtig eingestellt

(Die ganzen Vorraussetzungen sollte man zunächst mal als i.o. ansehen. Wenn das Fehlerauslesen dann nicht klappt, sollte man zunächst hier ansetzen, sind allerdings dann einige aufwendige Prüfungen bei.)

Einleiten der Diagnose:

  • Motor starten
  • Probefahrt: Drehzahl > 3000U/min, LD > 1bar, Kühlmittel Temp >50°C
  • Motor im Leerlauf laufen lassen


(Falls der Motor nicht läuft, ca. 5sek orgeln, dann Zündung anlassen; der Fehlerspeicher ist nicht permanent, wird also nach Zündung aus gelöscht -> IMMER erst die Probefahrt durchführen, damit alle möglichen Fehler auch auftreten können, danach die Fehlerabfrage)

  • Volllastschalter von Hand ca. 3sek schließen
  • DZM geht auf 7000 UND die Fehlerlampe (Motorkontrollleuchte) leuchtet (Ausgabebereitschaft)
  • Bremspedal betätigen (Start der Abfrage)


(wenn sich bei den letzten beiden Schritten nicht das gewünschte tut, KANN das VEZ defekt sein, wahrscheinlicher ist aber, daß einige der Vorraussetzungen nicht erfüllt sind, hier sollte man genau protokollieren, was falsch lief, dann sind entsprechende Nachforschungen nötig)

  • (X) DZM geht auf einen bestimmten 1000er-Wert und die Lampe leuchtet oder nicht (je nach Fehler)
  • Diese Kombination notieren
  • Bremspedal erneut betätigen : Weiterschalten zum nächsten Fehler (siehe X)
  • Wenn alle Fehler durch sind, oder wenn keiner gespeichert wurde, dann geht der DZM wieder auf 7000 UND die Fehlerlampe leuchtet NICHT.


(Wenn Du ein Bosch-VEZ-SG hast, dann fängt er nach dem letzten Fehler wieder mit dem ersten Fehler an, beim Hitachi, oder wenn halt kein Fehler war, dann s.o.)

  • Zündung ausschalten
  • Fehler beseitigen, dabei nach der Reihenfolge der Fehlerausgabe vorgehen, nach JEDER Fehlerbehebung eine erneute Probefahrt und Fehlerabfrage durchführen, solange, bis man keinen Fehler mehr drin hat.
  • Ende.

Fehlercodes:

DZM Fehlerlampe Fehlerquelle

1000 aus Geber für Motordrehzahl (G28)
1000 an Motor klingelt/klopft oder Klopfregelung/sensor (G61) (sporadischer Fehler)
2000 aus Geber für Zündzeitpunkt (G4)
2000 an Klopfsensor defekt (G61) (permanenter Fehler)
3000 aus Hall-Geber (G40)
3000 an Geber für Ansauglufttemperatur (G42)
4/6000 aus Unterdruckschlauch zum VEZ-SG oder Leerlaufschalter (F60)
4000 an Geber für Kühlmitteltemperatur (G62)
5000 aus Geber für Saugrohrdruck (G71)
7000 aus Alle Fehler durch, oder keiner gespeichert.

Anmerkungen

  • Die einzelnen Fehlerursachen und -beseitigungen habe ich jetzt erstmal nicht angegeben, da recht viele.
  • Wichtig ist, daß man ggf. zuerst auch die Leitungen auf Kurzschlüsse, usw. untersucht.
  • Gerade wenn mehrere Fehler auftauchen ist es meist nicht eins der genannten Bauteile selbst, sondern ein übergeordnetes (z.B. verstellter Zündverteiler).

Beispiel für Ursachen:

DZM 1000, Lampe an:

Mögliche Fehlerursachen und -beseitigung:

Motor klingelt:

  • Kompressiondruck zu hoch -> Kompression prüfen
  • Ventilspiel zu gering/ Hydrostößel defekt -> Ventilspiel einstellen/ Hydrostößel prüfen
  • Abblasventil des Turboladers (Popoff) -> prüfen
  • Sprit mit zu wenig Oktan -> bessern Sprit

Klopfregelung (sporadischer Fehler):

  • Klopfsensor (G61) lose (defekt) -> Anzugsdrehmoment 20Nm
  • Unterbrechung/Kurzschluß G61 - J88 (VEZ-SG) -> beseitigen
  • Klopfregelungsmodul im VEZ-SG -> VEZ-SG ersetzen