Dokumentation der eigenen Unfallinstandsetzung am Audi



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Front-(Wild)schaden Audi 100 NF mit verzogenem rechten Laengstraeger

Leider ist es so, dass sich bei älteren Autos wie dem Typ 44 ein etwas größerer -technisch eigentlich leicht behebbarer Unfallschaden sofort als wirtschaftlicher Totalschaden herausstellt.

Laut Gutachten wäre der Schaden bei 2500 € anzusetzen; ich habe mir von einem befreundeten Werkstattmeister ein angebot machen lassen: mit Lack ca. 3000 €. Im ersten Moment dachte ich mir: Das wars, such dir ein neues Auto und vergiss den. Aber gut, es war mein allererstes eigenes Auto; deas gibt man nicht leicht her. Also habe ich mal angefangen, die Frontpartie einfach mal zu zerlegen, um zu sehen, was kaputt ist:

  • Kotflügel rechts
  • Frontmaske mit Schloßträger
  • Waschwasserbehälter
  • Stoßstange
  • Scheinwerfer rechts,
  • Blinker rechts
  • Nebelscheinwerfer rechts
  • Kühlergrill oben und unten
  • Frontspoilerlippe
  • Längsträger leicht nach oben gebogen
  • Die Quertraverse zw. Kotflügel und Längsträger völlig deformiert


Die letzten beiden fand ich am schlimmsten, ich hatte bis Dato noch keinerlei Erfahrung mit Karrosserieinstandsetzung, habe auch keinen handwerklichen Beruf gelernt. ==> Zweifel

Glücklicherweise war die andere Seite ja noch heil, also habe ich das Auto in die Garage meiner Eltern gefahren und habe ihn mal vermessen:

Die Höhe hab ich mittels Zollstock von der Linken Seite gemessen, den Abstand der Träger zueinander hab ich auf dem Schrottplatz ermittelt, an dem Audi, der auch die Teile gespendet hat. Mit einer langen Eisenstange ließ sich der Träger dann auch ganz leicht ausrichten, den gesprungenen Lack habe ich entfernt und alles dick mit Steinschlagschutz konserviert. Abschleifen wollte ich nicht, da ich der Meinung war, dass man die Zinkschicht möglichst erhalten sollte.

Die Quertraverse zwischen Kotflügel und Längsträger hab ich mittels eines eines einfach zusammengestrickten Flaschenzuges wieder ausgerichtet:

- an der linken Seite Maß genommen - Flaschenzug am Abschlepphaken eines anderen Autos befestigt und dann behutsam gezogen.

Die Blechteile haben dann absolut problemlos gepasst, für mich ein Zeichen, dass die Maße weitgehend stimmen.

Alles andere war dann nur noch ein Verschraubungs-Kinderspiel. winking smiley

Fazit:

Derartige Schäden schauen schlimmer aus, als sie sind, man lässt sich vom deformierten Blech viel zu leicht einschüchtern. Der finanzielle Aufwand belief sich engültig auf ca. 500 €.

Frontschaden Audi 80 B4 mit Motorhaube, Kotfluegel und Stehblech defekt

Im Oktober 2004 ereilte meinen Audi 80 B4 das Unfallschicksal.Nicht selbstverschuldet wurde das eigentlich dem Typ 44 gegenüber jüngere Fahrzeug auch sofort als wirtschaftlicher Totalschaden mit geringem Restwert angesetzt.

Nachdem wirklich nur reichlich unverschämte Angebote eintrudelten und ich nicht gewillt war ein technisch tadellos intaktes Fahrzeug zu verramschen faßte ich auch hier den Entschluß ihn wieder aufzubauen. Als größte Schwierigkeit stellte sich das Besorgen von gebrauchten Blechteilen für einen B4 heraus,da hat man's beim Typ 44 wirklich wesentlich leichter.So griff ich nur beim gestauchten vorderen Radhaus zum Originalteil(der Karosserie-Gesamtpassung wegen),beulte die beiden linken Türen aus/spachtelte sie und ersetzte die vordere Haube und den linken Kotflügel durch Zubehörteile die zwar auf den zweiten Blick an einigen Stellen nicht ganz exakt passgenau sind,dafür aber erheblich weniger kosteten(die Haube z.B. war gut 200 Euro billiger).

Ein weiteres Problem kam nach "Abschrottung" der geschraubten Teile ans Licht:das linke vordere Radhausblech war gestaucht worden und hat sich wellenförmig übereinandergelegt.Keine Chance zum rückverformen,das Teil mußte raus.Nur wie,schließlich liegt das Radhausblech als Mittellage zwischen den Längsträgerhälften und ist mit diesen verschweißt.Den kompletten Längsträger zu öffnen oder gar zu ersetzen hätte eine Richtbank erfordert und die Kosten ad absurdum getrieben. Also griff ich zu einem durchaus legitimen Trick:ich bohrte die oberen Längsträgerschweißpunkte ganz durch und schnitt das Radhausblech an der oberen Kante des Längsträgers ab.Diesen Schnitt führte ich gut 100 Millimeter tiefer auch am Neuteil aus.Nun steckte ich das Neuteil quasi als "vierte Lage" mit zwischen die Längsträgerhälften und verschweißte alle vier Bleche miteinander.Das ergibt gleiche Haltbarkeit wie mit durchgehendem Radhausblech,und schlußendlich ist dieses Blech kein tragendes Teil sondern nur Abstützung für's Radhaus. Dann der große Moment:alle Teile fix zusammengebaut und:alles passte perfekt. Nach Lack,erforderlicher neuer Rostschutzkonservierung,Zusammenbau und Finish sieht er nun wieder (fast) perfekt aus und verrichtet seinen Dienst wieder so wie er soll.

Das Schöne an einem eigenen Wiederaufbau sind nicht nur die vergleichsweise geringen Kosten(in meinem Fall gut 900 Euro) und der Gewißheit das Auto nun weiterfahren zu können,sondern vor allem das prima Gefühl hier mit eigenen Händen und Einsatz sozusagen "aus Scheiße Bonbons" gemacht zu haben:ein eigentlich totes Auto wiederbelebt - und den Versicherungen und Handel ein Schnippchen geschlagen zu haben.Das läßt gleich mehr Freude am Auto haben,und im Endeffekt hat man immer etwas Geld dabei heraus für sich selbst. In den meisten Fällen ist es gar nicht so schlimm wie es aussieht und ist mit Geduld und etwas Bastelverständnis wieder zurechtzurücken.Und ob nun C3 oder B4:das gilt für jeden Audi. Aufwand für mich: Finanziell gut 900 Euro Zeitlich 4 "Hardcore"-Wochenenden,drei Tage von morgens bis abends durch

Siehe auch

Anmerkungen