Übersicht der Autogas Anlagen

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Inhaltsverzeichnis

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Grundsätzlich gibt es drei Gasanlagenvarianten.

1. Venturi

Dies ist die älteste Lösung. Es gab zwei Ausführungen.

a) Ungeregelt

Geht nur bei Vergaseranlagen ohne G-Kat. Wird daher auch nicht mehr angeboten.

b) Geregelte

Vorteil

- Einfachere Montage - Günstiger Anschaffungspreis

Nachteile

- Eigentlich immer einen unruhigeren Leerlauf als bei Benzinbetrieb - Höherer Verbrauch - Backfire-Gefahr (auch Rückschlagklappen reichen nicht aus um das abzufangen) - Max. bis Euro 2

Backfire

Eine Entzündung des Luft-Gasgemisches welches sich im Gesamten Ansaugbereich befindet. Wenn das passiert, dann zerhaut es im ungünstigsten Fall die Stauscheibe. Was dann einen neuen Mengenteiler bedeutet.

2. Multipoint-Anlagen mit Verdampfer

Bei der Multipoint mit Verdampfer unterscheidet man in zwei Ausführungen

  1. a) Teilsequentielle Anlagen
  2. b) Vollsequentielle Anlagen

a) Teilsequentielle Anlagen

Diese benötigen weniger Signale und arbeiten unabhängig von der Motorsteuerung für Benzin. Diese Anlagen sind Grundsätzlich möglich, wenn eine mechanische Einspritzanlage (KE/KEIII) verbaut wurde. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten solch eine Anlage aufzubauen.

I) Einfacher Ausführung

Dabei handelt es sich nach meiner Auffassung um eine aufgerüstete Venturi-Anlage. Hierbei wird das Gas vom Verdampfer auf nur ein Ventil (Rail) gegeben. Von diesem Ventil geht dann das Gas zu einem einfachen Verteiler (keinerlei Steuerung) und wird von dort den einzelnen Ansaugkanälen zugeführt. Vertreter dieses Anlagentypes sind: Landi Renzo IGS Tartarini ETAGAS BRC Just Heavy

Vorteil

- Einfachere Ausführung - Ggf. etwas günstigerer Preis - Kein Backfire

Nachteil

- ggf. höherer Verbrauch - Ungenauere Steuerung

II) Aufwendigere Ausführung

Hierbei handelt es sich eigentlich um eine vollsequentielle Anlage mit der Möglichkeit auch ohne Einspritzsignal des Benzinsteuergerätes zu arbeiten. Vom Verdampfer geht eine Leitung an die 4 bzw. 5 Ventile (Rails). Von den Rails (pro Zylinder eins) wird das Gas gesteuert den einzelnen Ansaugkanälen zugeführt. Vertreter dieses Anlagentyps OMVL Dream 21C (bitte nur die, nicht P oder N)

Vorteile

- Genauere Steuerung - Geringerer Verbrauch - Bessere Einflussnahme auf die Gemischaufbereitung - Ruhigerer Leerlauf - Kein Backfire - bis Euro 3/4 wäre denkbar

Nachteil

- Aufwendiger - Teurer, da mehr Teile und die Programmierung doch etwas Zeit in Anspruch nimmt

b) Vollsequentielle Anlagen

Diese sind wie a)II). Nur sind sie in der Lage Daten von der Benzin-Motot-Steuerung zu verwenden. Dazu werden sie mit dem vorhandenen Steuergerät verbunden. Da sie aber auf die Einspritzsignale der Benzinsteuerung angewiesen sind, können sie bei mechanischen Einspritzsystemen nicht verwendet werden.

Vorteil

- Noch bessere Steuerung - Noch weniger Mehrverbrauch - Einfacher einzubauen und einzurichten

Nachteil

- Teurer

3. Vollsequentielle Multipoint mit Flüssiggaseinspritzung

Diese Anlagen stellen z. Z. die beste und neuste Lösung da. Leider gilt auch hier die Einschränkung von 2. b). Nicht bei mechanischen Einspritzanlagen möglich. Bei diesem System wird flüssiges Gas in die Verbrennungsräume gesprizt.

Vorteil

- Manchmnal mehr Leistung - Kein Mehrverbrauch - Kühlung der Verbrennung (bei Euro 3-5 nötig um die Einstufung zu erreichen)

Nachteil

-Erheblich teurer

Die Teilsequentiellen Anlagen...

... (OMVL Dream 21C, Stand: Ende 2006) kostet ca. 2250 €. Viele Einbauer behaupten pauschal, dass eine teilsequentielle Anlagen im RT/NF nicht läuft. Dies ist nur bedingt wahr. Wenn man nicht weiß, wie bei den RT/NFs die Leerlaufluft in die Verbrennungsräume kommt und man das Gas deshalb einfach nur in den Ansaugkrümmer einbläßt, dann erstickt der Motor am Gas. Das ist richtig. Aber dafür haben wir inzwischen eine einfache Lösung bei der nichts mehr an der Leerlaufluftführung verändert werden muss.

Da ich, ehrlich gesagt, keine Lust verspüre meine Lösung jedem Gaseinbauer durch bloses Suchen im Internet zu zeigen, werde ich das jetzt hier nicht beschreiben. Wenn Du die Lösung brauchst, erkläre ich es Dir per Mail. Ich musste mir so viele blöde Sprüche von Gaseinbauern anhören, dass ich inzwischen der Meinung bin, dass die da mal selber ihren Gehirnkasten anwerfen sollten. Wer trotz vorgefahrenem Wagen mit laufendem NF-Motor auf Gasbetrieb mit einer teilsequentiellen Anlage immer noch behauptet, dass das nicht geht, dem kann und will ich auch nicht mehr helfen.

Anmerkungen

Noch drei (allgemeine) Tipps zumn Thema:

  1. Suche Dir einen Gaseinbauer, der Dir auch zuhört und mit dem Du Dich auch verständigen kannst. Nichts ist blöder als eine Dreiecksbeziehung (Deutsch-Deutsch/Polnisch-Polnisch).
  2. Du kannst ohne Probleme einen 86 Liter Unterflurtank montieren. Dafür muss nur die Plastikradmulde entfernt und das Loch mit einem Blech verschlossen werden. Dann kommt noch ein Wärmeschutzblech zwischen Tank und Abgasendtopf und fertig. Das habe ich jetzt schon zwei mal einbauen lassen.
  3. Wenn möglich, nehme einen Umschalter mit Kippschalter. Eigentlich hat jede Gasanlage einen Notbetrieb (auf Gas starten). Bei den Softschaltern habe ich noch keinen gesehen, wo das möglich gewesen wäre.
  • Damit ist also schon mal klargestellt, dass bei RT/NF-Motoren nur geregelte Venturis oder teilsequentielle Multipointanlagen eingesetzt werden können.
  • Bei Rückfragen bitte im Forum nach Jürgen Ende fragen...
  • Backfire
Das kann bei jedem Wagen vorkommen. Es muss nicht, kann aber. Der NF neigt nicht mehr und nicht weniger dazu als andere. Aber, wenn es den NF erwischt, trifft es da immer das schwächste Bauteil.
Das ist beim NF zuerst die Stauklappe mit ihrer empfindlichen Mechanik. Danach trifft es dann die Lufthutze. Wenn es die Stauscheibe erwisch war es das erstmal für den Wagen. Dann läuft der auch auf Benzin nicht mehr.

Warum nicht Venturi

Bei den Venturis ist es deshalb wahrscheinlicher, dass es zu erheblichen Schäden kommt, weil der gesamte Ansaugtrakt ab Drosselklappe (inkl. Gummihutze) unter Gas steht. Dies ist systembedingt und kann nicht verhindert werden. Wenn sich also das Gas im (Alu) Ansaugkrümmer entzündet, geht diese Flammwand durch die Drosselklappen zurück bis in die Gummihutze. Durch diese Verbrennung entsteht der Druck, der dann die Stauscheibe trifft und diese, da sie ja sehr leicht ist, gegen den Anschlag schlägt. Das war's dann.
Da helfen auch keine Rückschlagklappen. Bis die reagieren hat, hat es die Stauscheibe schon erwischt. Wie gesagt, das Gasvolumen im Ansaugbereich ist das Problem.

Sequentielle Anlage

Dort wird das Gas sehr nah an den Einsaugöffnungen eingeblasen. Es befindet sich daher nur ein Bruchteil des Gases im Ansaugtrakt, verglichen zur Venturi. Wenn da was zündet, dann verpufft das bereits im (Alu)Ansaugkrümmer.

Deshalb habe ich mich für die sequentiellen Anlagen entschieden.

Wichtiger Hinweis: leider war Ende 2009 keine einzige der oben genannten teilsequentiellen Anlagen noch lieferbar, auch kein vergleichbares Nachfolgemodell....

Siehe auch